Regie: Brian de Palma
Ausfahrt verpasst...
Unter der Regie von Brian de Palma wurde 1990 der Romanbestseller
"Fegefeuer der Eitelkeiten" von Tom Wolfe verfilmt. Eine tragische
Geschichte, die dem millionenschweren Wallstreet Broker Sherman McCoy
aufgrund einer Autofahrt passiert, bei der er die falsche Ausfahrt nimmt
und plötzlich in der nächtlichen Bronx landet.
47 Millionen Dollar Budget ließen die Produzenten des Films
springen, um den satirischen Roman auch erfolgreich auf die Leinwand zu
bringen. Am Ende spielte de Palmas Film - trotz attraktiver Besetzung -
lediglich 15 Millionen Dollar an der Kasse ein. Damit wurde der Film zum
ultimativen Flop seines Jahrgangs.
Sherman McCoy (Tom Hanks) ist ein Anleihenhändler an der Wall
Street, der Millionen verdient, während er das gute Leben und die
sexuellen Gefälligkeiten von Maria Ruskin (Melanie Griffith), einer
verheirateten Südstaaten Lady genießt. Shermans hysterische Ehefrau (Kim
Catrall) weiß nichts von dieser Liason. Sherman und seine Flamme sind
auf dem Rückweg vom Flughafen JFK zu Marias Wohnung, als sie auf der
Schnellstraße falsch abbiegen und sich im "Kriegsgebiet" der South Bronx
wiederfinden.
Sie werden von zwei schwarzen Jugendlichen angesprochen, nachdem
Sherman aus dem Auto gestiegen ist, um einen Reifen von der Straße zu
entfernen. Er springt zurück ins Auto, Maria legt den Rückwärtsgang ein,
überfährt einen der Jugendlichen und sie fahren davon. Sherman will den
Vorfall zunächst der Polizei melden, aber Maria redet ihm das sofort
aus, weil sie befürchtet, dass ihre Affäre öffentlich auffliegen würde.
In der Zwischenzeit stößt der alkoholkranke Journalist Peter Fallow
(Bruce Willis), der eine Story sucht, um sich bei seinem Redakteur zu
revanchieren, auf den Fall der Fahrerflucht als Sammelpunkt für die
schwarze Gemeinde, die sich an den jüdischen Bezirksstaatsanwalt Abe
Weiss (F. Murray Abrahams) wendet, der sich um die Wiederwahl zum
Bezirksstaatsanwalt der Bronx bemüht. Laut Richter Leonard White (Morgan
Freeman) enden fast alle von Staatsanwalt Weiss' Strafverfolgungen mit
schwarzen und puertoricanischen Angeklagten, die ins Gefängnis gehen,
und Weiss sucht einen weißen Angeklagten, um die
Minderheitengemeinschaft davon zu überzeugen, dass er es wert ist,
wiedergewählt zu werden.
Weiss erkennt, dass es für die Presse interessant ist, den
unbedarften Sherman, der als Besitzer des Wagens entdeckt wurde und
daher als Fahrer der Fahrerflucht gilt, strafrechtlich zu verfolgen, um
das Image eines Rächers für die Minderheiten zu pflegen und zum
Bürgermeister von New York City aufzusteigen. Während Sherman in die
Knie gezwungen wird, spaltet sich New York City in verschiedene
Fraktionen auf, die den Fall für ihre eigenen zynischen Zwecke nutzen.
Dann steht Sherman alleine da...
Tom Hanks war damals noch nicht der große Superstar und zweifache
Oscargewinner. Sein Gesicht war also noch dementsprechend unverbraucht,
auch wenn er schon einige Filmerfolge wie beispielsweise "Splash" oder
"Meine teuflischen Nachbarn" vorweisen konnte. Dennoch wirkt er
irgendwie in der Rolle des aalglatten, aroganten Börsentyps etwas
fehlbesetzt und Bruce Willis spielt die Rolle auch zu überzogen, was
aber nicht nur für ihn gilt, sondern auch für andere Darsteller. So ist
Melanie Griffith auch sehr nahe einer Karikatur, was eigentlich schade
ist, denn Satire funktioniert doch noch besser, wenn man die Figuren
nicht so grob und offensichtlich überzogen darstellt. Die Grundideen
sind klasse, aber hier ist wirklich viel schief gegangen. Schade, denn
Brian de Palma ist für mich nach wie vor ein großer Filmemacher. Diesen
Film mag ich aber aufgrund der viel zu viel verschenkten Möglichkeiten
nicht besonders.
Bewertung: 6 von 10 Punkten.
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