Montag, 10. Juli 2023

Fegefeuer der Eitelkeiten


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Brian de Palma

Ausfahrt verpasst...

Unter der Regie von Brian de Palma wurde 1990 der Romanbestseller "Fegefeuer der Eitelkeiten" von Tom Wolfe verfilmt. Eine tragische Geschichte, die dem millionenschweren Wallstreet Broker Sherman McCoy aufgrund einer Autofahrt passiert, bei der er die falsche Ausfahrt nimmt und plötzlich in der nächtlichen Bronx landet.
47 Millionen Dollar Budget ließen die Produzenten des Films springen, um den satirischen Roman auch erfolgreich auf die Leinwand zu bringen. Am Ende spielte de Palmas Film - trotz attraktiver Besetzung - lediglich 15 Millionen Dollar an der Kasse ein. Damit wurde der Film zum ultimativen Flop seines Jahrgangs.
Sherman McCoy (Tom Hanks) ist ein Anleihenhändler an der Wall Street, der Millionen verdient, während er das gute Leben und die sexuellen Gefälligkeiten von Maria Ruskin (Melanie Griffith), einer verheirateten Südstaaten Lady genießt. Shermans hysterische Ehefrau (Kim Catrall) weiß nichts von dieser Liason. Sherman und seine Flamme sind auf dem Rückweg vom Flughafen JFK zu Marias Wohnung, als sie auf der Schnellstraße falsch abbiegen und sich im "Kriegsgebiet" der South Bronx wiederfinden.
Sie werden von zwei schwarzen Jugendlichen angesprochen, nachdem Sherman aus dem Auto gestiegen ist, um einen Reifen von der Straße zu entfernen. Er springt zurück ins Auto, Maria legt den Rückwärtsgang ein, überfährt einen der Jugendlichen und sie fahren davon. Sherman will den Vorfall zunächst der Polizei melden, aber Maria redet ihm das sofort aus, weil sie befürchtet, dass ihre Affäre öffentlich auffliegen würde.
In der Zwischenzeit stößt der alkoholkranke Journalist Peter Fallow (Bruce Willis), der eine Story sucht, um sich bei seinem Redakteur zu revanchieren, auf den Fall der Fahrerflucht als Sammelpunkt für die schwarze Gemeinde, die sich an den jüdischen Bezirksstaatsanwalt Abe Weiss (F. Murray Abrahams) wendet, der sich um die Wiederwahl zum Bezirksstaatsanwalt der Bronx bemüht. Laut Richter Leonard White (Morgan Freeman) enden fast alle von Staatsanwalt Weiss' Strafverfolgungen mit schwarzen und puertoricanischen Angeklagten, die ins Gefängnis gehen, und Weiss sucht einen weißen Angeklagten, um die Minderheitengemeinschaft davon zu überzeugen, dass er es wert ist, wiedergewählt zu werden.
Weiss erkennt, dass es für die Presse interessant ist, den unbedarften Sherman, der als Besitzer des Wagens entdeckt wurde und daher als Fahrer der Fahrerflucht gilt, strafrechtlich zu verfolgen, um das Image eines Rächers für die Minderheiten zu pflegen und zum Bürgermeister von New York City aufzusteigen. Während Sherman in die Knie gezwungen wird, spaltet sich New York City in verschiedene Fraktionen auf, die den Fall für ihre eigenen zynischen Zwecke nutzen. Dann steht Sherman alleine da...



Tom Hanks war damals noch nicht der große Superstar und zweifache Oscargewinner. Sein Gesicht war also noch dementsprechend unverbraucht, auch wenn er schon einige Filmerfolge wie beispielsweise "Splash" oder "Meine teuflischen Nachbarn" vorweisen konnte. Dennoch wirkt er irgendwie in der Rolle des aalglatten, aroganten Börsentyps etwas fehlbesetzt und Bruce Willis spielt die Rolle auch zu überzogen, was aber nicht nur für ihn gilt, sondern auch für andere Darsteller. So ist Melanie Griffith auch sehr nahe einer Karikatur, was eigentlich schade ist, denn Satire funktioniert doch noch besser, wenn man die Figuren nicht so grob und offensichtlich überzogen darstellt. Die Grundideen sind klasse, aber hier ist wirklich viel schief gegangen. Schade, denn Brian de Palma ist für mich nach wie vor ein großer Filmemacher. Diesen Film mag ich aber aufgrund der viel zu viel verschenkten Möglichkeiten nicht besonders.




Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

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