Regie: William Friedkin
Der Bankraub des Jahrhunderts...
"Das große Dings beim Brinks" gehört leider zu
den weniger bekannten Filmen des Regisseurs William Friedkin (Der
Exorzist, Cruising, Brennpunkt Brooklyn) und war auch beim Kinostart im
Jahr 1978 ein finanzieller Flop. Dabei ist Friedkins Krimikomödie sehr
authenisch und gelungen, man erinnert sich auch ein bisschen an den
Filmhit "Der Clou" von George Roy Hill, der ein paar Jahre älter ist und
einige Oscars absahnen konnte. Für Friedkins Film blieb es bei einer
Nominierung, Dean Tavoularis wurde für sein klasse Szenenbild nominiert.
An der Kinokasse spielte "Das große Dings bei Brinks" nur etwas mehr als 14 Millionen Dollar ein.
Der Film basiert auf dem s.g. "Brinks Überfall" im
Jahr 1950, der sich in Boston ereignete. Die Räuber stahlen Bargeld,
Schecks und Staatspapiere im Wert von 2,7 Millionen Dollar.
Der kleine Bostoner Gauner Tony Pino (Peter Falk) versucht, sich einen Namen zu machen. Wann
immer sie können, verüben er und seine fünf Mitarbeiter einen
Raubüberfall, seine Frau Mary (Gena Rowlands) ist stolz auf ihren Mann. Tony stolpert über die Tatsache, dass die Sicherheitsmaßnahmen im Geldtransportunternehmen Brink's unglaublich lax sind. Er und seine Bande stehlen mühelos über 100.000 Dollar Bargeld aus einem geparkten Brink's-Panzerwagen. Um
mehr herauszufinden, verkleidet sich Tony als Zündkerzenverkäufer, um
einen Einblick in Brinks große und sogenannte "uneinnehmbare Festung“
Zentrale im North End der Stadt zu erhalten. Es wurde angenommen, dass das Unternehmen als private "Bank“ an der gesamten Ostküste über unantastbare Sicherheit verfügt. Drinnen erkennt Tony, dass Brink’s alles andere als eine Festung ist und dass die Mitarbeiter das Geld wie Mül“ behandeln. Tony
ist immer noch misstrauisch gegenüber Brinks öffentlichem Image und
bricht eines Nachts ein, nachdem er das Gebäude eingehüllt hat. Er
stellt fest, dass nur zwei Türen im Gebäude verschlossen sind und eine
davon leicht umgangen werden kann, indem man über ein Tor springt. Das Einzige, was im Gebäude verschlossen ist, ist der Tresor. Tony
erkennt auch, dass es im Tresorraum selbst entgegen den Behauptungen
von Brink nur einen 10-Cent-Alarm gibt, der kaum auszulösen ist. Offenbar
hatte sich Brink's so sehr auf seinen Ruf verlassen, dass es sich nicht
einmal die Mühe gemacht hatte, die Türen zu verschließen. Pino beginnt einen Raubüberfall zu planen und nutzt dabei das Dach eines Nachbargebäudes als Aussichtsplattform. Tony und sein düsterer Schwager Vinnie (Allen Garfield) stellen eine bunt zusammengewürfelte Diebesbande zusammen. Zu
ihnen gehören der elegante Jazz Maffie (Paul Sorvino), ein
Iwo-Jima-Veteran, Specs O'Keefe (Warren Oates) sowie seine Kumpel Sandy
(Gerard Murphy) und Stanley (Kevin O´Connor). Trotz
der Einwände der Crew bittet Pino auch den arroganten
Hehler-/Spirituosenladenbesitzer Joe McGinnis (Peter Boyle) ein, bei der
Arbeit mitzuhelfen. Am
Abend des 17. Januar 1950 macht sich die Bande mit über 1,2 Millionen
Dollar Bargeld sowie weiteren 1,5 Millionen Dollar an Wertpapieren und
Schecks auf den Weg vom Tatort nach Hause. Die Polizei verhaftet die
üblichen Verdächtigen und auf dem Höhepunkt der Kommunisten-Paranoia
vermutet das FBI und Edgar Hoover (Sheldon Leonard), dass die rote
Gefahr dahinter steckt...
Die Akteure wirken alle so gut aufgelegt, dass man
sich als Zuschauer gerne von ihrem Optimismus anstecken lässt. Die Diebe
werden später auch wie Helden gefeiert, auch wenn sie geschnappt
wurden. Friedkin hat auch die komischen Anteile dieser Story über den
"Bankraub des Jahrhunderts" sehr gekonnt herausgearbeitet, was einfach
gute Laune macht. Auch Spannung und Rafinesse kommen nicht zu kurz.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen