Regie: Robert Connolly
Abgründe in der Provinz...
Der Provinzthriller "The
Dry" gehörte 2020 zu den zehn umsatzstärksten Kinofilmen des Jahres in
Australien. Der Film basiert auf der gleichnamigen Geschichte von Jane
Harper und wurde von Regisseur Robert Connolly inszeniert.
Thematisiert wird die tragische Geschichte der vier
Jugendlichen Aaron Falk (Joe Klocek), seinem besten Freund Luke Hadler
(Sam Corlett) und den beiden Mädchen Gretchen (Claude Scott Mitchell)
und Ellie Deacon (Bebe Bettencourt). Die vier waren irgendwie ein
eingeschworenes Team vor 20 Jahren. Doch alles endete mit dem
rätselhaften Tod von Ellie, deren Leiche im Fluß gefunden wird. Es sieht
alles nach Suizid aus, doch in der Stadt wird getratscht, weil man am
Ort ihres Todes einen Zettel fand, den Aaron schrieb "wir trefen uns
unten am Fluß".
Aarons Freund Luke gibt dem in Verdacht geratenen
Aaron ein Alibi, indem die beiden miteinander die Absprache treffen,
dass sie zum Todeszeitpunkt zusammen auf Hasenjagd waren.
Diese Geschichte ist 20 Jahre her und sie treibt
Vater Erik Falk (Jeremy Lindsay Taylor) dazu den Ort mit seinem Sohn zu
verlassen, da die Mitbewohner beiden das Leben zur Hölle machen, indem
Morddrohungen ausgesprochen werden.
Diese Geschichte aus der Vergangenheit ist nie so
ganz geklärt worden, die Menschen werden aber in der Jetztzeit mit
diesem Ereignis erneut konfrontiert.
Luke Hadler (Martin Dingle Wall) hat in der
Zwischenzeit geheiratet und mit seiner Frau zwei Kinder, scheinbar
glücklich und harmonisch. Doch er begeht Selbstmord - einen erweiterten
Suizid, weil er vor seinem Tod seine Frau und den kleinen Jungen
erschossen hat. Das Baby ließ er am Leben.
Eine Darstellung mit der sich Lukes Eltern Barb
(Julia Blake) und Gerry (Bruce Spence) nicht abfinden können. Sie
glauben nicht an die Selbstmordversion, schon gar nicht, dass ihr Sohn
seine Familie vorher hingerichtet haben soll. Aaron (Eric Bana), der
Jugendfreund von damals ist inzwischen Bundesagent geworden. Er kehrt in
seine alte Heimatstadt Kiewarra in Victoria zurück um an der Beerdigung
seines damaligen Freundes teilzunehmen. Lukes Eltern bitten Aaron Falk,
zu bleiben und das Verbrechen zu untersuchen. Er stimmt widerwillig zu.
Doch sein Auftauchen ist nicht von allen gern gesehen. Ellies Vater Mal
(William Zappa) und Ellies Bruder Grant (Matt Nable) begegnen dem
Heimkehrer unverholen mit viel Hass und Aggression. Der örtliche
Polizist Greg Raco (Keir O´Donnell) ist jedoch nicht abgeneigt die
professionelle Hilfe von Außen anzunehmen, denn auch ihm sind
Unstimmigkeiten beim Tathergang aufgefallen und er zweifelt ebenfalls an
der gängigen Meinung des erweiterten Selbstmordes. Auch Gretchen
(Genevieve O´Reilly) freut sich, ihren damaligen Schmarm Aaron
wiederzusehen...
Als Schullehrer Whitlam ist John Polson zu sehen.
Connollys Film ist sehr ruhig inszeniert, auch Eric Bana agiert etwas
langsam und behäbig. Aber die Geschichte bleibt spannend. Der Schluß ist
vielleicht etwas zu harmonisch gestaltet, da sich am Ende sowohl der
alte als auch der neue Fall lösen lässt. Hier hätten die Macher durchaus
etwas progressiver und nicht ganz so glatt vorgehen können, denn es gab
viele Lügen in der Vergangenheit, die man etwas tiefer hätte beleuchten
können. Es wird zuviel aufgelöst.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen