Regie: Gary Fleder
Eine gefährliche Verhandlung...
Regisseur Gary Fleder wurde bekannt durch den Kultfilm "Das Leben
nach dem Tod in Denver". Zwei Jahre später hatte er mit dem
Serienkillerfilm "...denn zum Küssen sind sie da" den kommerziellen
Durchbruch. Es folgte "Sag kein Wort" mit Michael Douglas in der
Hauptrolle. Im Jahr 2003 übernahm er die Regie für einen weiteren John
Grisham Gerichtsfilm. Sein "Das Urteil" (Originaltitel: Runaway Jury)
kostete zwar viel Geld (60 Millionen Dollar), hat aber auch ein ganz
gutes Einspielergebnis (über 80 Millionen Dollar.
In der Vorlage von Grisham dominiert ein Katz und Maus Spiel mit
hohem Einsatz, das natürlich mit einer klasse Besetzung auch filmisch
gut herüberkommt.
Es geht dabei um einen lang ausgetüftelten Plan eines Pärchens die
Jury in einem Prozess gegen die Waffenindustrie (in Grishams Roman war
es die Tabakindustrie) so zu beeinflussen, dass man die Geschworenen zu
einem beliebigen Urteil in diesem medienwirksamen Prozess bewegen kann.
Wie macht man so etwas möglich ? Man muss selbst ein Mitglied dieser
Jury sein und darüberhinaus über ein großes Geschick verfügen die
anderen 11 in eine bestimmte Richtung zu manipulieren.
Der Film vermeidet das "Böse" und "Gut"Schema durch die Ambivalent
der Figuren, die sich nicht direkt ausspielen, sondern beide Parteien
stürzen dabei auf einen moralischen Abgrund zu.
Anwalt der Anklage ist Wendell Rohr (Dustin Hoffman), der vor allem
die Witwe Celeste Wood (Joanna Going) und weitere Hinterbliebene
vertritt, die Angehörige bei einem Amoklauf verloren. Der Täter war ein
Waffennarr und hat sich in kürzester Zeit sehr viele Waffen gekauft,
ohne dass der Waffenverkäufer noch der Waffenhersteller hellhörig
geworden wäre.
Mrs. Wood hat ihren Mann (Dylan McDermott) bei diesem Anschlag
verloren. Die Waffenhersteller haben den zwielichtigen
Geschworenenberater Rankin Fitch (Gene Hackman) für viel Geld engagiert.
Fitch scheut es auch nicht mit seiner Mannschaft illegale Mittel wie
Observation der möglichen Geschworenen im Vorab vorzunehmen, um diese
zwölf Juroren mit Personen zu besetzen, die vor allem der Verteidigung
wohlgesonnen sind. Anwalt der Firma Vicksburg Firearms ist deraalglatte
Durwood Cable (Bruce Davidson), der während der Geschworenenauswahl
durch Fitchs elektronische Überwachung Hintergrundinformationen über die
Geschworenen erhält . Durch viel Geschick hat es Nicholas Easter (John
Cusack) aber geschafft unter diesen 12 Geschworenen zu sein. Seine
Freundin Marlee (Rachel Weisz) zieht im Hintergrund die Fäden und bietet
nun beiden Parteien an, das Urteil in die gewünschte Richtung zu
führen. Dafür verlangt das Paar 10 Millionen Dollar. Und in den nächsten
Stunden merken beide Parteien, dass diese unbekannte Frau am Telefon
sehr woh in die Lage ist die Jury nach ihrem Willen zu manipulieren. Es
ist aber ein äusserst gefährliches Spiel....
Die Abänderung von Tabak- zu Waffenindustrie geschah deshalb, weil
sich die Macher von Michael Manns Film "Insider" abheben wollten. In
"Das Urteil" kam es zu einem gemeinsamen Auftreten der beiden Freunde
Dustin Hoffman und Gene Hackman, die sich seit 1956 kennen und auch
gemeinsam im Pasadena Playhouse Theater spielten. Fleder hat seinen
Gerichtsthriller mit etwas Paranoia gewürzt. Das Thema US-Waffengesetz
wurde auch in anderen Filmen thematisiert. wohlbekannt ist sicherlich
Michael Moores Doku "Bowling for Columbine", auch dem Independent Filmer
Gus van Sant ist mit "Elephant" ein beeindruckender Film gelungen.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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