Regie: Stuart Rosenberg
Zwei unzertrennliche Freunde...
Stuart Rosenbergs bekanntester Film ist sicherlich "Cool Hand Luke"
aus dem Jahr 1967. Der Film mit Paul Newman war ein riesiger Kinoerfolg
und festigte Newmans Ruf als hochkarätiger Kassenstar. Ebenfalls sehr
erfolgreich im Kino waren "Ein Mann räumt auf" mit Charles Bronson, der
Horrorschocker "Amityville Horror" und "Brubaker" (ein weiterer
Gefängnisfilm).
1984 übernahm er die Regie des Filmprojekts "The Pope of Greenwich
Village", bei dem zuerst Michael Cimino die Regie führen sollte und das
Drehbuch auf die Stars Robert de Niro und Al Pacino zugeschnitten war.
Diese Idee wurde aber nicht in die Realität umgesetzt und die
beiden best Buddys, von denen dieser schwarzhumorige Mafiafilm erzählt,
wurde an Mickey Rourke und Eric Roberts (der Bruder von Julia Roberts)
vergeben.
In Deutschland versprach man sich von dem Titel "Der Pate von
Greenwich Village" sicherlich mehr Zuschauer, obwohl auch in einer
entscheidenden Szene der deutschen Fassung vom "Papst von Greenwich
Village" die Rede ist.
Rosenbergs Film beginnt mit Impressionen des Greenwich Village in
Manhattan, New York - der Zuschauer hört den Frank Sinatra Classic Song
"Summer Wind" und der gibt auch die leichte Tonart einer ernsten
Geschichte vor. Es ist die Geschichte zweier besten Freunde, die im
italienischen Viertel leben und sich nicht immer legal durchs Leben
schlagen. Doch Charlie (Mickey Rourke) hat große Pläne. Derzeit als
Maitre d´Hotel in einem Restaurant beschäftigt, träumt er vom eigenen
Restaurant. Charlie hängt mit seinem intriganten Cousin Paulie (Eric
Roberts) ab und hat ihm nun auch eine Anstellung als Kellner in dem
Restaurant verschafft, in dem er arbeitet. Doch dies war ein Fehler,
denn Paulie rechnet so falsch ab, dass der Chef den Betrug merkt. Somit
sind beide Männer ihren Job wieder los. Diane (Daryl Hannah) ist die
Freudin von Charlie und sieht es nicht gerne, dass sich ihr Freund
ständig mit dem Verlierer Paulie abgibt. Doch Familienbande sind
unzertrennlich bei Männern mit italienischen Wurzeln. Nun ist Diane auch
noch schwanger und so muss Charlie ienen anderen Weg finden, um seinen
Traum doch noch zu verwirklichen. Obwohl vorsichtig geworden, lässt er
sich doch wieder von Paulie überreden bei einer scheinbar
idiotensicheren Raubidee mitzumachen. Mit dem Uhrmacher und Schlosser
Barney (Kenneth McMillian) wollen die Freunde eine große Menge Bargeld
im Tresor eines ortlichen Geschäftes erbeuten. Charlie willigt
widerwillig ein und sie können den Safe auch knacken. Doch mit dem
Auftauchen des Polizisten Walter Ritter (Jack Kehoe) am Tatort hat
keiner gerechnet und schon gar nicht mit dem Unfall, der dem Polizisten
das Leben kostet. Es kommt noch dicker: Der Bulle hat den Obermafiosi
Eddie Grant (Burt Young) abgehört, dem das Geld aus dem Tresor gehört.
Die Mafia findet heraus, dass Paulie darin verwickelt ist, und
nicht einmal sein Onkel Pete (Tony Musante), der zu Eddies Leuten
gehört, kann ihm helfen. Eddies Schergen schneiden Paulie zur Strafe den
linken Daumen ab. Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis auch Charlie
auf der Abschußliste der Mafia steht...
In "Der Pate von Greenwich Village" glänzt vor allem die großartige
Geraldine Page in einer Nebenrolle als Mutter des Polizisten. Sie hat
im Film nur zwei Szenen, aber die sind so genial, dass sie völlig zu
Recht eine Oscarnominerung in der Kategorie" Best supporting actress"
erhielt, es siegte allerdings Peggy Ashcroft für ihre ebenso klasse
Rolle in David Leans "Reise nach Indien".
1986, nach insgesamt sieben erfolglosen Nominierungen, wurde ihr
mit der achten Nominierung der Oscar für ihre Leistung in "A trip to
Bountiful" verliehen. Während der Verleihung erhielt sie eine zwei
Minuten andauernde Stehende Ovation. Auch sonst ist der Film sehr gut
besetzt und Mickey Rourke macht seine Sache sehr gut. Eric Roberts
Darstellung wirkt stellenweise etwas zu gekünstelt, obwohl er auch
einige sehr effektive Szenen hat.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
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