Regie: Clint Eastwood
Unschuldig im Todestrakt....
"True Crime" (Deutscher Titel: Ein wahres Verbrechen) gehört zu den
weniger erfolgreichen Kassenhits von Clint Eastwood. Er entstand im
Jahr 1999, somit nach "Die Brücken am Fluß" oder "Absolute Power" und
noch vor "Space Cowboys" oder "Million Dollar Baby".
Insgesamt war das Budget mit 55 Millionen Dollar ausgesprochen
hoch, der Film spielt aber weltweit lediglich 17 Millionen Dollar ein.
Eastwood übt darin Kritik am US-Justizsystem. Die Geschichte um
einen unschuldig zu Tode verurteilten Gefängnisinsassen basiert auf der
1995 veröffentlichten Novelle von Andre Klavan.
Steve Everett (Clint Eastwood), ein Journalist aus Oakland, der
sich von seiner Alkoholsucht erholt, wird beauftragt, über die
Hinrichtung des verurteilten Mörders Frank Beechum (Isaiah Washington)
zu berichten, nachdem Everetts Kollegin Michelle Ziegler (Mary
McCormack), die ursprünglich mit der Story betraut worden war, durch
einen tragischen Autounfall verstorben ist.
Everett recherchiert die Hintergründe des Falles und kommt zu dem
Verdacht, dass Beechum zu Unrecht für den Mord an Amy Wilson (Marisa
Ribisi) verurteilt worden ist. Er erhält vom Chef (James Woods) seines
Redakteurs (Denis Leary) die Erlaubnis, Nachforschungen anzustellen, und
ihm wird gesagt, dass der Chefredakteur den Gouverneur anrufen würde,
und damit wäre die Sache erledigt, wenn Everett handfeste Beweise hätte.
Er hat also etwas mehr als 12 Stunden Zeit, um seine Vermutung zu
bestätigen und Beechum zu retten.
Everett befragt einen Zeugen der Anklage, Dale Porterhouse (Michael
Jeter), der Beechum im Laden mit einer Waffe gesehen haben will.
Everett stellt Porterhouses Darstellung in Frage und sagt, dass er
aufgrund des Aufbaus des Ladens keine Waffe in Beechums Hand gesehen
haben kann.
Everett wendet sich an Staatsanwältin Cecelia Nussbaum (Frances
Fisher), die ihm mitteilt, dass ein junger Mann, Warren, befragt wurde
und behauptete, er habe in dem Laden angehalten, um eine Limonade zu
kaufen, und nichts gesehen. Everett vermutet, dass Warren, der nie als
Zeuge aufgerufen wurde, wahrscheinlich der wahre Mörder ist....
Als Frau des Todeskandidaten ist Lisa Gay Hamilton zu sehen,
Patricia Robins spielt die Frau vom vorgesetzten Redakteur, die eine
Affäre mit Everett hat. Als Gefängnisdirektor überzeugt Bernard Hill.
Natürlich hat der Film das Potential den Zuschauer herunterzuziehen,
denn am Ende ist nicht klar, ob die Schlußszene nun eine schöne Illusion
und Wunschdenken ist oder ob die Begegnung beim Weihnachtsmarkt real
ist. Die Tragik in der Todeszelle steht diesem glücklichen Ausgang eher
im Wege. Einmal mehr zeigt sich Eastwoods Können.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
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