Regie: Liu Chia Liang
Reifeprüfung im Shaolin Kloster...
Der 1985 gedrehte "Disciples of the 36th Chamber of Shaolin"
(Deutscher Titel: Die Erben der 36 Kammern der Shaolin" führte zum
dritten Mal das Gespann Regisseur Lau Kar leung (auch unter Liu
Chia-Liang) und Schauspieler Gordon Liu zusammen. Begonnen hat diese
Erfolgsgeschichte im Jahr 1978 mit einem der erfolgreichsten Shaw
Brothers Produktionen überhaupt: Die 36 Kammern der Shaolin, der sehr
schnell zum Klassiker wurde und bereits 2 Jahre später einen Nachfolger
(keine Fortsetzung des ersten Teils) nach sich zog. In Teil 2 Spielte
Gordon Liu nicht den fleißigen Shaolin Schüler San Te, sondern den
notorischen Lügner Chou Jen-Chieh, der vorgibt Shaolin Mönch zu sein,
obwohl er keine Ahnung von Kung Fu hat. Er wird jedoch zum Schüler des
Mönchs San Te, der in Teil 2 von King Chu Lee gespielt wird. Im dritten
Teil nimmt aber Gordon Liu wieder die Rolle des San Te ein, zu einer
Zeit in der er bereits jahrelang Mönch der Shaolin ist.
Hauptakteur
ist jedoch der Teenager Fong Sai-Yuk (Hsiao Ho), ein begabter
Kampfkünstler, aber in der Schule ist er aufmüpfig und ein ständiger
Unruhestifter, obwohl die Schule von seinem Vater geleitet wird. Mächtige
Beamte in Guangdong erlangen die Hegemonie über die einheimische
Han-Chinesen-Bevölkerung und drohen mit der Schließung der Schule. Sai-Yuk verschärft die Situation, als er einen Streit mit einem Beamten beginnt. Um
die Ehre ihrer Familie zu wahren und die Schule offen zu halten,
schließt Sai-Yuks Mutter (Lily Li), die ihren drei Jungs schon von klein
auf Kampfunterricht in Kung Fu gab, mit dem Shaolin-Mönch San Te
(Gordon Liu) einen Handel ab, der ihrem unverbesserlichen Sohn Zuflucht
in der 36. Kammer des Tempels gewährt, einer Trainingshalle für
Nicht-Mönche. Allerdings ist Sai-Yuk zu stolz und es mangelt ihm an Respekt vor Autoritäten, sodass er weiterhin Unruhe stiftet. Sai-Yuk verlässt nachts ständig den Shaolin-Tempel, während seine Mitschüler schlafen. Er besucht regelmäßig die von Mandschu-Beamten regierte Stadt und prahlt dann vor seinen Mitschülern mit seinen Abenteuern. Während
eines dieser nächtlichen Ausflüge findet sich Sai-Yuk in der Stadt
wieder, in der einige festliche Feierlichkeiten stattfinden. Fasziniert klettert Sai-Yuk auf eine Mauer, um den Feierlichkeiten und dem Tanz beizuwohnen. Er wird von einem der Mandschu-Beamten gesehen und gerügt, der ihm befiehlt, herunterzuklettern. Als Sai-Yuk ihn ignoriert, befiehlt er einigen Mandschu-Kämpfern, ihm eine Lektion zu erteilen. Sai-Yuk überwältigt aus Stolz und mit den im Shaolin erworbenen Kung-Fu-Fähigkeiten alle Mandschu-Kämpfer mit Leichtigkeit. Als
der Anführer der Besatzer dies sieht, beschließt er, Informationen über
den Shaolin-Tempel zu erhalten, indem er sich vorerst mit Sai-Yuk
anfreundet und seinen Kollegen verspricht, dass er Sai-Yuk töten wird,
sobald er ihm alle Informationen und Kung-Fu-Kenntnisse abgenommen hat. Sai-Yuk
tappt in seiner Unschuld in die Falle und beginnt versehentlich,
regelmäßig Shaolin-Geheimnisse mit dem "Feind" zu teilen....
1985 wurde bereits das Ende der Shaw Production langsam aber sicher
eingeleitet. Insgesamt kann weder Teil 2 noch Teil 3 mit dem legendären
Erstling mithalten, aber es ist Liu Chia-Liang doch zugute zu halten,
dass er in beiden Nachfolgefilmen keinen Aufguß vom ersten Film machte,
sondern den ernsten Stoff im zweiten Teil mit viel Humor auflockerte und
im dritten Teil einen neuen Typus von Helden präsentierte: In Teil 1
der Junge, dessen größtes Ziel ist die Kunst des Kung Fu zu beherrschen.
Der Held in Teil 2 schlittert eher durch seine Hochstapelei in die
erlauchten Klosterhallen der Shaolin und Held Nr. 3 beherrscht zwar in
Perfektion die Kampfkunst, ist jedoch nicht nur ein echter Rotzlöffer,
der in Arroganz die Note 1 verdient hat...aber auch in Sachen Naivität
ebenso.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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