Regie: Chor Yuen
Der Bruder und sein Kaiser...
Ein Shaw Brothers Film, bei dem man total aufpassen muss, nicht den
Faden zu verlieren, was die Story, die Nebenhandlungen und die
Erzählweise angeht. Allein was in den ersten Minuten dargeboten und in
einer Art Schnelldurchlauf präsentiert wird, würde locker für ein halbes
Dutzend Filme reichen: Basierend auf Louis Chas Novelle "The Book and
the Sword" inszenierte Regisseur Chor Yuen im Jahr 1981 dieses
"Todesduell im Kaiserpalast". Der internationale Titel des Films ist
"The Emperor and his Brother".
Der Qianlong-Kaiser (Jason Pai) ist nicht der rechtmäßige
Thronfolger, da er bei seiner Geburt mit der neugeborenen Tochter des
Yongzheng-Kaisers vertauscht wurde. Er erfährt die Wahrheit, als zwei
hochrangige Mitglieder der Red Flower Society, einer subversiven,
regierungsfeindlichen Geheimorganisation, Jahre später Kontakt zu ihm
aufnehmen, in der Hoffnung, dass der Kaiser ihnen bei der Vertreibung
der feindlichen Besatzer aus der Mandschurai helfen wird. Um die
Wahrheit über sein Erbe zu verbergen, befiehlt der Kaiser, die beiden
Männer zu töten, obwohl einer von ihnen entkommt und später wieder
gefangen genommen wird. Der Anführer der Red Flower Society, Chen Jialuo
(Ti Lung) entpuppt sich sogar als Qianlongs jüngerer Bruder, und die
beiden entwickeln eine subtile Beziehung zueinander, während die
Mitglieder der Gesellschaft versuchen, ihren gefangenen Kameraden zu
retten. Sie schmieden einen ausgeklügelten Plan, um den Kaiser im
Austausch gegen ihren Kameraden zu entführen, und hoffen, den Kaiser
dazu zu bewegen, sich ihrer Sache anzuschließen. Als der Austausch
stattfindet, muss Qianlong sich weiterhin als Mandschu ausgeben, um als
Herrscher des Qing-Reiches an der Macht zu bleiben. Qianlongs oberster
Leutnant, Zhang Zhaozhong (Lo Lie), ist fest entschlossen, Chen Jialuo
und die Rote-Blumen-Gesellschaft auszulöschen. Die Gelegenheit dazu
bietet sich, als ein Kampfsportwettbewerb angesetzt ist....
Scheinbar war Regisseur Chor Yuen für seine sehr komplizierten
Plots bekannt und berüchtigt, was man hier eindrücklich beweisen kann.
Der rote Faden fehlt irgendwie und die Geschichte der beiden ungleichen
Brüder hätte ruhig etwas markanter ausfallen können. Einige drastische
Einzelszenen bleiben hängen, so sicherlich auch die Ermordung eines
Vaters an seinem eigenen kleinen Sohn, der wegen einem Fernglas Leute an
den Feind verraten hat, die im Hause versteckt wurden. Diese Szene
bliebt eindringlich im Gedächtnis, weil sie den Ehrenkodex von damals
als was ganz selbstverständliches darstellt und dem Vater keine andere
Wahl bleibt sein Gesicht zu wahren. Ansonsten sind die Szenenbilder
einmal mehr vom Allerfeinsten. Die Kampfszenen sind wie ein tänzerisches
Ballett choreographiert und die Massenszenen dominieren gegenüber
gefährlichen Einzelkämpfen.
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.
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