Regie: Tsui Hark
Chinas Held...
1991
drehte Regisseur Tsui Hark mit "Once upon a time in china" einen film
über den chinesischen Arzt und Kampfkünstler Wong Fei-hung (1847 bis
1925), der in China bis heute als Volksheld verehrt wird. Er war der
traditionellen chinesischen Medizin verpflichtet und
bekannt für sein unermüdliches Bemühen den Schwachen im Lande in der
Not beizustehen. Viele arme Menschen behandelte er kostenlos. Bereits in
"Drunken Master" liegt aber der Schwerpunkt seines Werdegangs in der
Kampfkunst und nimmt auch in Tsui Harks Film den Hauptpart ein. Der Film
war ein kassenhit im Kino und löste ein Comeback für den fernöstlichen
Kampfsport aus. Natürlich wird der historische Wahrheitsgehalt ausser
Acht gelassen, aber die atemberaubenden Kampfszenen, die schönen Bilder
und der dichte Inszenierungsstil macht diese Schwäche wieder wett.
Die Geschichte spielt irgendwann im späten 19. Jahrhundert während
der Qing Dynastie in Foshan, China. Liu Yongfu (Lau Shun) hat den
angesehenen Lehrer für Kampfkünste Wong Fei-hung (Jet Li) an Bord seines
Schiffes eingeladen. Durch das Knallen von Feuerwerkskörpern, die
fälscherlicherweise als Angriff auf das Schiff gedeutet werden, erwidern
die Soldaten an Bord das Feuer. Es wird scharf geschossen. Grund genug
für Liu seinem Gast Wong die gefährliche Situation für das Land
begreiflich zu machen. Er gibt ihm einen Handfächer mit der Aufschrift
aller ungleicher Verträge, die zwischen China und anderen Ländern wie
England, USA oder Frankreich unterzeichnet wurde. Wong ist nicht nur
Kampfsportleherer der örtlichen Miliz in Foshan, er betreibt auch eine
eigene Klinik für traditionelle China Medizin und hat drei
Auszubildende: Porky Wing (Kent Cheng), Bucktooth (Jackie Cheung) und
Ling Wang Kai (Yuem Cham Fei). Wong freut sich auf das Wiedersehen mit
Tante Yee (Rosamund Kwan) für die er romantische Gefühle hegt und diese
erwidert werden. Ihre Beziehung ist aber von Zurückhaltung geprägt, da
es sich in der konservativen Gesellschaftsordnung Chinas nicht schickt,
weil die Angebetete die Tochter eines Schwurbruders seines Großvaters
ist. Tante Yee schwärmt von der neuen Richtung Chinas sich dem Rest der
Welt zu öffnen, sie war auch einige Jahre in Amerika.
Eine weitere Figur des Film ist der junge Schauspieler Leung Foon
(Yuen Biao), der mit seiner Operntruppe in die Stadt kommt, um dort mit
Aufführungen ein Publikum zu begeistern. Er gerät jedoch in
Schwierigkeiten mit der Shao Bande, die lokale Unternehmen terrorisieren
und Schutzgelder von ihnen erpresst. Das macht sie auch zu Feinden von
Wong Fei-hung. Leung Foon macht zeitgleich auch die Bekanntschaft des
nordischen Kampfkünstlers Iron Vest Yim (Yen Shi Kwan) der vorhat die
beste Kampfschule im Ort zu gründen. Dazu braucht er aber einen
Imageerfolg und er fordert Wong Fei-hung zum Duell auf...
Natürlich kämpft der unverwüstliche und edle Held nicht nur mit
seinem Konkurrenten, sondern auch mit korrupten Engländern und
ausbeuterischen US-Amerikanern, die versuchen das land als Fremdherscher
auszubeuten und auch Unterstützung von heimischen Verbrecherbanden
erhalten. Ein Klassiker, der mit seinen nationalistischen Untertönen
sicherlich auch den Herrschenden im Land der Mitte gefallen haben
dürfte. Bei der Verleihung der 11. Hongkong Awards gewann Tsui Harks
Film in 4 Kategorien: Hark wurde als bester Regisseur ausgezeichnet,
weitere Trophäen gingen an James Wong (Musik), Marco Mak (Schnitt) und
an Cheung Yan Yuen, Shun ye Yuen und Chia-yung Liu
(Actionchoreographie).
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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