Freitag, 15. September 2023

Die Rückkehr zu den 36 Kammern der Shaolin


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Chia Ling Liu

 Der Möchtegern-Mönch...

Der 1978 von Chia Ling Liu (auch unter dem Namen Lau Kar Leung bekannt) gedrehte Kung Fu Film "Die 36 Kammern der Shaolin" dürfte wahrscheinlich das populärste Werk der Shaw Brothers sein. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Fortsetzung des Erfolgsstreifen realisiert wurde. 1980 kam "Die Rückkehr zu den 36 Kammern der Shaolin" ins Kino. Fünf Jahre später komplettierte "Die Erben der 36 Kammern der Shaolin" diese Erfolgsserie.
Der zweite Teil unterscheidet sich elementar vom Erstling und bleibt tatsächlich als einer der absurdesten Drehbuchideen in Erinnerung: Kung Fu inmitten eines drastischen Arbeitskampfes mit brutaler Unterdrückung der Arbeiter, die wie Sklaven gehalten werden und dazu schwingt ein Brechstangen Humor mit.
Wie im ersten Teil spielt auch Gordon Liu die Hauptrolle - doch die Filmfiguren sind unterschiedlich. Im Erstling wird ein junger Mann durch viel Fleiß und Demut zu Mönch San Te. Hier in Teil 2 heißt der junge Mann Chu Jen-Chieh und ist ein Lügner, ein Hochstapler, einer der noch seinen Platz im Leben sucht und sich als Mönch San Te ausgibt, dadurch in der Stadt Spenden fürs Kloster sammelt. Die Sache hat natürlich einen Haken: Obwohl Chu Jen-Chieh wie ein Shaolin Mönch aussieht, ist er alles andere als kampferprobt, er kann überhaupt kein Kung Fu.
Die Geschichte beginnt in einer Stofffärberei. Die Qualität der Farbstoffe hat sich merklich verschlechtert, und der Fabrikbesitzer Wang (Radha Ravi) und sein untergeordneter Chef, Boss Wa, beschließen, einige Mandschu-Aufseher einzustellen, um die Arbeit zu verbessern. Wang beschließt, den Lohn der Arbeiter zu kürzen, um die Söldner zu bezahlen, und als die Arbeiter protestieren, werden sie brutal verprügelt. Während sie in einem Teehaus sitzen und ihre Probleme besprechen, gesellen sich zu den Arbeitern Chu Jen-chieh, ein gutherziger Youngster und der jüngere Bruder des Vorarbeiters, der sich immer mal wieder als Mönch ausgibt. Er bietet seine Hilfe an, aber da er eigentlich kein Kung-Fu machen kann, hecken er und der Assistent des Vorarbeiters, Ah Chao (Hsiao Ho), einen Plan aus, um den Arbeitgeber dazu zu bringen, das volle Gehalt wieder einzuführen, wobei Jen-chieh sich als San Te, Oberabt der Shaolin der 36. Kammer ausgibt. Zunächst funktioniert der Plan, aber Wang erkennt schnell, dass dieser Mann ein Betrüger ist, und lässt ihn vertreiben und seine Söldner üben Vergeltung an den Arbeitern. Jen-chieh hat ein schlechtes Gewissen wegen dem, was passiert ist, und macht sich auf den Weg zum Shaolin-Tempel, um die wahren Kampfkünste zu erlernen. Seine ersten Versuche, heimlich einzudringen, werden von den wachsamen Mönchen und seinem eigenen Stolpern vereitelt, aber schließlich gelingt es ihm, sich einzuschleichen, nur um dann auf den echten San Te (Lee King-Chue) zu treffen. Auch ihm wird klar, dass Jen-chieh nicht der ist, für den er sich ausgibt, doch er kündigt an, ihm eine Chance geben zu wollen: Jen-chieh soll rund um den Tempel ein Gerüst errichten und die gesamte Anlage renovieren. Etwas widerstrebend macht sich Jen-chieh an die Arbeit, wird aber ständig von den Mönchen abgelenkt, die in der 36. Kammer, die er von seinem hohen Aussichtspunkt aus überblicken kann, Kampfkünste praktizieren. Schließlich beginnt er, sich selbst im Kung-Fu zu trainieren, indem er die Bedingungen seines Einsatzes dazu nutzt, Trainingseinrichtungen zu improvisieren. Dies führt jedoch dazu, dass er in seiner Arbeit zurückbleibt und fast 3 Jahre braucht, um das Portal fertigzustellen. Sobald Jen-chieh verkündet, dass er fertig ist, möchte San Te, dass er die Struktur abbaut und das Kloster verlässt. Jen-chieh rebelliert gegen diese Entscheidung und landet in der Kammer. Während er versucht, dem ihn verfolgenden Abt auszuweichen, gelingt es ihm versehentlich, alle in der Kammer aufgestellten Gefahren mit Leichtigkeit zu überwinden. San Te drängt ihn schließlich in die Enge und zwingt ihn zu gehen, mit einem seltsamen Lächeln auf den Lippen. Jen-chieh kehrt in die Stadt zurück und stellt fest, dass sich die Bedingungen der Arbeiter verschlechtert haben: Ihr Gehalt wurde um fast die Hälfte gekürzt und alle, die protestiert haben, wurden entlassen, um ein karges Dasein zu führen.......






Abseits davon fällt aber vor allem der deutlich komödiantischere Grundton auf. Die übergroßen Zähne des einen Arbeiters aus der Färberei zeigen das glasklar, aber auch zahlreiche kleine Slapstick-Szenen und sonstige Gags tragen zum heiteren Flair bei - der Grundton bleibt heiter und vergnügt und der Zuschauer sieht wie sich der Schüler abmüht mit seinem Gerüst, obwohl er doch nichts weiter lernen möchte als die besten Kung Fu Techniken. Und die lernt er ohne, dass er es bemerkt.
Zwar steht auch hier die Ausbildung zum Shaolin Kämpfer im Vordergrund, doch die wieder von Gordon Liu verkörperte Titelfigur unterscheidet sich schon ziemlich stark vom willensstarken Mönch San Te. In gewisser Weise ist Chao das genaue Gegenteil von San Te, da er sich Anfangs ziemlich ungeschickt anstellt und immer wieder versucht Schlupflöcher zu finden um möglichst ohne großen Aufwand an sein Ziel zu kommen. Das er damit nicht gerade die Tugenden der Shaolin verkörpert und erst noch auf die richtige Bahn bewegt werden muss ist klar. Und dies gelingt in diesem absurden Martial Arts Beitrag mit dem legendären Gerüstbauer-Kung Fu. 







Bewertung: 7 von 10 Punkten.   

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