Regie: Cheng Kang
12 goldene Medaillons....
Im Jahr 1970 befanden sich die Shaw Brothers und ihre Kampfkunstfilme
im Umbruch. Chang Cheh revolutionierte mit seinen "Favourite Stars"
David Chiang, Ti Lung und Jimmy Wang Yu das Genre, um es von seinem
Wurzeln der Peking Oper hin zum dynamischeren Actionstreifen zu führen.
Eine Verwandtschaft mit dem damals populären Spaghetti Western lässt
sich kaum verbergen. Auch dem in dieser Zeit entstandenem "Kampf um die
Todessiegel" (internationaler Titel: Twelve Golden Medaillons) von
Regiealtmeister Cheng Kang sieht man diese Hinwendung deutlich an.
Gepaart mit den Kung Fu Kämpfern, die aus dem Stand in Baumwipfel oder
über die Dächer springen und fliegen, gibt dies natürlich eine
unterhaltsame Mischung. In den teilweise extrem brutalen Kampfsequenzen
wird dem in den 70ern zur Perfektion getriebenen Faible für
furchterregende Nahkampfwaffen Tribut gezollt. Es kommen
Dreizackschwerter, goldene Kampffächer, klobige Silberäxte,
Lederpeitschen und bis hin zu riesigen Bambusstäbe zum Einsatz. Die
Story selbst geht in Richtung "für was er besonders schwärmt, wenn es
wieder aufgewärmt. Sehr oft kommen diese todesmutigen Patrioten in
Gestalt von starken Schwertkämpfern vor, die unerschrocken gegen
korrupte Beamte mit ihren Söldern fighten. Diese Ausgangslage ist neben
der klassischen Rachestory, eine der Standartvarianten des Genres.
Allerdings wird diese hier durchaus erfrischend dargebracht, da der
Kampf um die 12 Siegel abwechslungs- und temporeich geführt wird. China,
im 12. Jahrhundert. Der tapfere General Yue Fei kämpft gegen
einfallende Tartarenhorden und hat mit seinem 100.000 Mann starken Heer
durchaus eine Chance, diverse verlorene Gebiete von den Feinden des
Staates zurückzuerobern. Trotz allem will Qin Hui, der erste Minister
des Kaisers, lieber mit den Tartaren verhandeln und hat dem Kaiser zwölf
Dekrete aus dem Kreuz geschaffen, die auf goldenen Medaillons notiert
sind und an die Front gebracht werden sollen – ihr Inhalt: Yue Fei soll
aufhören zu kämpfen und in die Hauptstadt zurückkehren.
Diverse patriotisch gesonnene gute Menschen halten diese Edikte nun aber
für Verrat an der nationalen Sache und versuchen daher, die diversen
Kuriere auszuschalten. Neben einer Bruderschaft leidlich kompetenter
Schwertkämpfer macht hauptsächlich der freischaffende Kampfkünstler Miao
Long (Yueh Hua) von sich reden, so sehr, dass Qin Hui dessen Meister
Chin Yan-Tang (Ching Miu) einbestellt. Bei dieser Verabredung verbündet
sich der Meister mit dem Qin Huis, was seine beiden Töchter Chin Suo
(Ping Ching) und Chin Huan (Chaio Chiao) zwar schockiert, aber sie
wollen weiterhin zu ihrem Vater halten. Chin Suo erfährt auch von ihrem
Vater, dass ihr Liebster Miao Long die Verlobung gelöst hat. Dabei lügt
der Vater bei dem Grund und gibt an, dass Miao Long eine andere Frau
lieben würde. Nun ist Chin Yan-Tang der verantwortliche Mann für die
Medaillenzustellung und er rekrutiert auch sofort den gefürchteten
"Lächelnden Fuchs" Sung Qi Cheng (Yang Chih-Ching). Dem gelingt es
tatsächlich einige dieser Dekrete zu schützen. Aber immerhin kann Miao
Long ihn irgendwann ausschalten. Doch damit sind die Kämpfe noch lange
nicht am Ende. Sogar der dem Meister Chin Yan Tang ebenbürtige Meister Meng
Dabei (Ku Wen-Chung) erklärt sich bereit für die gute patriotische
Sache zu kämpfen und so kommt es zum Duell dieser beiden Kung Fu
Meister...
Die Liebesgeschichte nimmt sehr viel Raum ein. Hier hätte es vielleicht einigen kleinen Kürzungen bedurft. So muss man einige zickige Verhaltensweisen von der hübschen Chin Suo ertragen, bis die beiden wieder wissen, wohin sie gehören. Aber wie in vielen Shaw Brothers Filmen sind die privaten Belange dem übergeordneten Auftrag unterzuordnen und der Schluß endet nicht mit dem erhofften happyEnd.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
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