Samstag, 14. Oktober 2023

Der Kampf um die Todessiegel


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Cheng Kang

12 goldene Medaillons....

Im Jahr 1970 befanden sich die Shaw Brothers und ihre Kampfkunstfilme im Umbruch. Chang Cheh revolutionierte mit seinen "Favourite Stars" David Chiang, Ti Lung und Jimmy Wang Yu das Genre, um es von seinem Wurzeln der Peking Oper hin zum dynamischeren Actionstreifen zu führen. Eine Verwandtschaft mit dem damals populären Spaghetti Western lässt sich kaum verbergen. Auch dem in dieser Zeit entstandenem "Kampf um die Todessiegel" (internationaler Titel: Twelve Golden Medaillons) von Regiealtmeister Cheng Kang sieht man diese Hinwendung deutlich an. Gepaart mit den Kung Fu Kämpfern, die aus dem Stand in Baumwipfel oder über die Dächer springen und fliegen, gibt dies natürlich eine unterhaltsame Mischung. In den teilweise extrem brutalen Kampfsequenzen wird dem in den 70ern zur Perfektion getriebenen Faible für furchterregende Nahkampfwaffen Tribut gezollt. Es kommen Dreizackschwerter, goldene Kampffächer, klobige Silberäxte, Lederpeitschen und bis hin zu riesigen Bambusstäbe zum Einsatz. Die Story selbst geht in Richtung "für was er besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt. Sehr oft kommen diese todesmutigen Patrioten in Gestalt von starken Schwertkämpfern vor, die unerschrocken gegen korrupte Beamte mit ihren Söldern fighten.  Diese Ausgangslage ist neben der klassischen Rachestory, eine der Standartvarianten des Genres.
Allerdings wird diese hier durchaus erfrischend dargebracht, da der Kampf um die 12 Siegel abwechslungs- und temporeich geführt wird. 
China, im 12. Jahrhundert. Der tapfere General Yue Fei kämpft gegen einfallende Tartarenhorden und hat mit seinem 100.000 Mann starken Heer durchaus eine Chance, diverse verlorene Gebiete von den Feinden des Staates zurückzuerobern. Trotz allem will Qin Hui, der erste Minister des Kaisers, lieber mit den Tartaren verhandeln und hat dem Kaiser zwölf Dekrete aus dem Kreuz geschaffen, die auf goldenen Medaillons notiert sind und an die Front gebracht werden sollen – ihr Inhalt: Yue Fei soll aufhören zu kämpfen und in die Hauptstadt zurückkehren.
Diverse patriotisch gesonnene gute Menschen halten diese Edikte nun aber für Verrat an der nationalen Sache und versuchen daher, die diversen Kuriere auszuschalten. Neben einer Bruderschaft leidlich kompetenter Schwertkämpfer macht hauptsächlich der freischaffende Kampfkünstler Miao Long (Yueh Hua) von sich reden, so sehr, dass Qin Hui dessen Meister Chin Yan-Tang (Ching Miu) einbestellt. Bei dieser Verabredung verbündet sich der Meister mit dem Qin Huis, was seine beiden Töchter Chin Suo (Ping Ching) und Chin Huan (Chaio Chiao) zwar schockiert, aber sie wollen weiterhin zu ihrem Vater halten. Chin Suo erfährt auch von ihrem Vater, dass ihr Liebster Miao Long die Verlobung gelöst hat. Dabei lügt der Vater bei dem Grund und gibt an, dass Miao Long eine andere Frau lieben würde. Nun ist Chin Yan-Tang der verantwortliche Mann für die Medaillenzustellung und er rekrutiert auch sofort den gefürchteten "Lächelnden Fuchs" Sung Qi Cheng (Yang Chih-Ching). Dem gelingt es tatsächlich einige dieser Dekrete zu schützen. Aber immerhin kann Miao Long ihn irgendwann ausschalten. Doch damit sind die Kämpfe noch lange nicht am Ende. Sogar der dem Meister Chin Yan Tang ebenbürtige  Meister Meng Dabei (Ku Wen-Chung) erklärt sich bereit für die gute patriotische Sache zu kämpfen und so kommt es zum Duell dieser beiden Kung Fu Meister...





Die Liebesgeschichte nimmt sehr viel Raum ein. Hier hätte es vielleicht einigen kleinen Kürzungen bedurft. So muss man einige zickige Verhaltensweisen von der hübschen Chin Suo ertragen, bis die beiden wieder wissen, wohin sie gehören. Aber wie in vielen Shaw Brothers Filmen sind die privaten Belange dem übergeordneten Auftrag unterzuordnen und der Schluß endet nicht mit dem erhofften happyEnd. 





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

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