Samstag, 14. Oktober 2023

König der Shaolin


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Chang Cheh

Delightful Forest...

Chang Chehs 1972 entstandener Kung Fu Film "König der Shaolin" (internationaler Titel: The Delightful Forest) hat deutliche Anleihen zum Spaghetti Western. Die finalen Kampfszenen werden sogar mit dem Soundtrack der Sergio Leone Klassiker "Spiel mir das Lied von Tod" und "Todesmelodie" unterlegt.
In diesen Schlußsequenzen zeigt der "König der Shaolin" eine der brutalsten und heftigsten Kampfstzenen überhaupt, die in einem Shaw Brothers Film zu sehen sind. Und das bedeutet sehr viel Gore und Gewalt. Nicht umsonst wurde Meisterregisseur Chang Cheh aufgrund seinem Faible für Verstümmelungen, Ausweitungen oder Todearten "Director Tomato Soup" genannt. Auch in "König der Shaolin" wird der Zuschauer mit vielen exzessiven Blutfontänen konfrontiert.
Seine Filme sind oft damit gekennzeichnet, dass er Figuren überraschend den Heldentod sterben lässt, die bis dahin den größten Einfluss auf die Geschichte hatten und damit auch Identifikationsfiguren für den Fan waren.
Der heldenhafte Kämpfer Wu Sung (Ti Lung) hat, um seinen Bruder zu rächen, dessen untreue Frau und deren Geliebten (Lau Kar Wing) getötet. Dies musste sein, weil Rache nunmal zwingend notwendig war.
Doch anstatt zu fliehen begibt sich der Held freiwillig in die Hände der Machthaber und lässt sich verhaften.
Wu Sung wird zum Straflager verurteilt. Da er aber als Held gilt, wurde eine Gnadengesuch eingereicht - darüber wird jedoch erst in einigen Monaten entschieden. Auf dem Weg ins Straflager lernt Wu Sung den Herbergswirt Ching (Wang Kwang Yu) und dessen Frau (Yue Fung) kennen. Wu und Ching schließen Freundschaft und werden "Brüder".
Im Straflager angekommen bemerkt Wun Sung, dass er im Lager gegenüber den anderen Häftlingen äusserst zuvorkommend behandelt wird. Die Mitgefangenen warnen ihn. Zuerst gäbe es gutes Essen, dann wenig später kommt es zur Folterung. Doch dies bleibt aus. Denn hinter der sehr guten Behandlung steckt Shih (Tien Ching), der Sohn des Lagerkommandanten (Wong Ching Ho).
Dieser Shih hat natürlich einen Wunsch an den starken Gefangenen. Die nahe gelegene Stadt wird seit einiger Zeit von einer Banditen Gang unter der Führung von Chiang Chung (Chu Mu) terrorisiert. Wu Sung soll diesem Terror ein Ende bereiten und tatsächlich willigt er ein, hat jedoch eine sonderbare Bedingung: Zu Fuß soll es in die Stadt gehen und an jedem Wirtshaus will er gerne etwas trinken. Denn betrunken - so meint er - sei er unschlagbar. In der Stadt kommt es dann in der Herberge "Delightful Forest" zum Kampf und es gelingt Wu Sung die Banditen zu besiegen und fortzujagen. Doch hinter diesem Terror steckt der Provinz Gouverneur (Chiang Nan) und der gibt sich noch lange nicht geschlagen....




Für viele Fans gehört "König der Shaolin"eindeutig zu den ganz großen Highlights des reichhaltigen Filmangebots der Shaw Brothers Production. Der Film bietet tatsächlich alles was den Reiz der Filme von Chang Cheh ausmacht: Das Heldentum, die Männerfreundschaften, den Blutrausch als Erlösungsmoment.
Früher wurden seine Filme leider sehr oft für den deutschen Markt geschnitten und gekürzt. Dann wirkten seine filme wie reine Kung Fu Streifen ohne großen Tiefgang. Erst durch die ungekürzten Fassungen erkennt man die Botschaften, die für den Director so wichtig waren.
Einzig die Besäufnis-Szenen auf dem Weg zur Stadt sind etwas zu exzessiv, ja sogar reichlich absurd. Sie stören aber das Gesamtbild nicht nachhaltig. 



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

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