Sonntag, 1. Oktober 2023

White Vengeance


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Daniel Lee

Weiße Rache...

Hongkongs Regisseur Daniel Lee hat mit seinen Filmen "14 Blades" (2010) und "Three Kingdoms" (2008) bewiesen, dass er historische Stoffe sehr spannend und opulent in Szene setzen kann. Auch der 2011 entstandene "White Vengeance - Kampf um die Qin Dynastie" ist ein bildgewaltiges und episch versiertes Historiengemälde mit sehr guten Martial Arts Einlagen.
Die Figuren, von denen der Film handelt, haben tatsächlich gelebt und die Geschichte hat sich ca. 200 vor Christus ereignet. Die Ereignisse um das "Hongmen Banquet" gehören zum Schulstoff und zur Allgemeinbildung in China. Allerdings war Regisseur Daniel Lee so frei, dass er den dort stattfindenden Schwerttanz gegen ein Go-Spiel auf Leben und Tod eingetauscht hat. Diese Szene in der Mitte des Films ist sicherlich die stärkste Sequenz in einem ohnehin sehr spannenden Film.
Darin geht es um eine Männerfreundschaft. Im Jahr 206 vor Chr. haben sich die Feldhern Xiang Yu (William Feng) und Liu Bang (Leon Lai) aufgrund der Unterdrückung des Qin Reiches zu einer gemeinsamen Armee zusammengeschlossen. Durch diesen gemeinsamen Bund kommen sie bis kurz vor die Tore der Hauptstadt Yianyang.
König Huai sieht natürlich eine Gefarhr bei diesen zwei mächtigen Feldherren und versucht in die Freundschaft einen Keil zu treiben. Er erlässt das Dekret, dass derjenige von Beiden, der zuerst die Stadt Guanzhong betritt und damit erobert, zukünftiger Anführer der eroberten Ländereien wird. Eigentlich machen die Männer untereinander aus, dass Xiang Yu dieser Führer sein soll. Doch aufgrund dieser Entscheidung und des Verzichts auf die Macht entsteht im Lager von Liu Bang Unmut. Seine Berater können ihn nicht verstehen und ermutigen ihn deshalb, dass ihm selbst der Anspruch des Führers gebürt. Obwohl Xiang Yu ihm seine Braut Consort Yu (Liu Yifei) anvertraut hat, entscheidet Liu Bang nun zuerst mit seiner Armee die Stadt zu erobern. Als Xiang Yu von diesem Verrat erfährt, ist er ausser sich und sucht den Rat bei seinem langjährigen blinden Berater Fan Zeng (Anthony Wong), der über hellseherische Gaben verfügt. Xiang Yu entscheidet sich seinen Freund, der nun zum Feind wurde, zu einem Bankett in Hong Men einzuladen. Dort soll der Verräter den Tod finden. Liu Bang nimmt die Einladung an, nimmt aber auch seinen neuen Berater Zang Liang (Zang Hanyu) mit zu diesem Treffen. Bevor es überhaupt zu einem Duell der beiden Feldherren kommen, wird ein Go-spiel vorgeschlagen, dass die beiden Berater austragen sollen. Und beide Männer gelten in diesem Spiel als Meister. Doch genau dieses Spiel entwickelt sich zu einem Kampf zwischen Leben und Tod...



Die mit Abstand interessantesten Figuren in "White Vengeance" sind tatsächlich diese beiden Berater der Kontrahenten. Die Figur, die von Zang Hanyu gespielt wird, erinnert irgendwo an einen der klassischen Meisterdetektive. Ein Mann, der anhand kleinster Indizien komplexe Vorgänge rekonstruieren kann. Genauso ist er in der Lage, allein durch Beobachtung und Zuhören die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Züge der Gegner vorherzusehen. Und genau darin gleicht  er auch der anderen Figur, dem von Anthony Wong gespielten Fan Zeng, dem charismatischen  Berater von Xiang Yu. Es ist ein cleverer Schachzug vom Regisseur, dass er beim legendären „Hongmen-Banquet“ die historischen Vorgaben verlässt und dieses Go-Spiel zwischen Zhang Liang und Fan Zeng erfindet. Dieses inszeniert er dann auch extrem spannend wie einen klassischen Kung-Fu-Kampf. In der Rolle des Han Yin ist Andy On zu sehen und als Warlord Fan Zeng wurde Jordan Chan gecastet.




 
Bewertung: 7,5 von 10 Punktn. 

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