Regie: Ilya Naishuller
Wenn der Kragen platzt...
Der russische Filmemacher Ilya Naishuller ist kein Unbekannter.
Bereits mit seinem Debütfilm "Hardcore" fand er viele Freunde, vor allem
bei Filmfans die viel Geballer, viel Splatter und Gewalt mögen. In
"Hardcore" wurden Köpfe abgeballert und alles färbte sich blutrot. Es
war eine Art Achterbahn von Film, die von Anfang bis Ende sein
Speed-Tempo behält. "Hardcore" hatte auch einen bemerkenswert guten
Soundtrack, die Muskkstücke passten perfekt zum laufenden Bild. Auch mit
seinem Nachfolger "Nobody" ist ein grandioser Soundtrack dabei mit
klasse Musikstücken wie "Dont let me be misunderstood" in der Version
von Nina Simone, Pat Benatars "Heartbreaker", das unverwüstliche "What a
wonderful world" von Louis Armstrong, "Funky Music" von Edwin Starr,
"The Impossible Dream" von Andy Williams, "Serje Glaza" von Natasha
Korolyova, "Straighten up and fly right" von Dean Hudson, "Life is a
bitch" von Luther Allsion oder "I told myself a lie" von Clyde McPhatter
usw. David Buckley ist der Verantwortliche für diese perfekte
Filmmusik, die Zusammenstellung passt wunderbar. "Nobody" präsentiert
den Kinobesuchern einen sehr unscheinbaren Helden, dem man gar nicht
zutraut, was er alles an Aggression und Skrupellosigkeit im Innern hat.
Dieser "Nobody" ist der Familienvater Hutch (Bod Odenkirk), der mit
seiner Familie in der Vorstadt lebt. Die meisten Menschen ignorieren
ihn. Selbst seine Frau Becca (Connie Nielsen) oder sein Teenagersohn
Blake (Gage Munroe) nehmen ihn nicht mehr sonderlich wahr. Nur die
kleine Abby (Paisley Cadorath) liebt ihren Dad, der jeden Tag die
gleiche Struktur fährt. Aufstehen, zur Arbeit gehen bis zum Feierabend,
heimkommen, Abendbrot mit der Family und dann zum Schlafen ins Bett.
Dieser Alltagstrott ändert sich schlagartig ab dem Zeitpunkt als Nachts
zwei Kriminelle in sein Haus einbrechen. Es sieht so aus als könne Hutch
nicht mal seine Familie verteidigen, denn sein Sohn hat bereits den
einen Räuber im Schwitzkasten und es wäre ein leichtes dem zweiten
Einbrecher einen Baseballschläger auf die Rübe zu hauen. Doch Hutch
entscheidet sich anders, weil eine Pistole mit ihm Spiel ist. Er fordert
seinen Sohn auf den Angreifer loszulassen und lässt die beiden
Einbrecher flüchten. Hutch wollte Gewalt um jedne Preis verhindern. Doch
seine Familie ist enttäusch von ihm, sein Sohn Brady wendet sich noch
mehr von ihm ab und auch die Ehefrau kann ihre Enttäuschung über die
Feigheit ihres Mannes nicht verbergen. Doch seine zurückhaltende Art
ändert sich schlagartig als seine Tochter ihr geliebtes Katzenarmband
vermisst. Das müssen die Diebe mitgenommen haben. Nun gibt es kein
Halten mehr. Er besucht seine Dad (Christopher Lloyd) im Altersheim,
leiht sich von ihm sein altes FBI Abzeichen und seine Waffe und macht
sich auf die Suche nach den Einbrechern. Doch das ist nur der Anfang
einer massiven Gewaltorgie. Er macht im Bus ein paar betrunkene
Bandenmitglieder der Russenmafia platt, die eine junge Frau belästigen.
Er schlägt die Typen krankenhausreif. Unter den Opfern befindet sich
auch der junge Bruder des brutalesten Mafiosi der Stadt und mit diesem
Yulian Kusnezov (Alexei Serebrjakov) hat er nun den gewalltätigsten
Mobster von allen auf dem Hals...
Mehr und mehr offenbart sich, dass "Nobody" eine dunkle Seite hat und auch Geheimnisse aus seiner Vergangenheit beinahe schon begraben hat. Nun holt er sie wieder hervor und steht damit in bester Tradition zu Filmverwandten wie dem "Equalizer" von Antoine Fugua - dort entfaltet Denzel Washington als ehemaliger Defence Intelligence Agent durch gewisse Ereignisse sein in ihm steckendes Potential. Auch Viggo Mortensen als Familienvater Tom Stall, der seine Vergangenheit als Joey Cusack in Cronenbergs "History of Violence" abgelegt hat, muss durch die Präsenz von Gangstern sein bürgerliches Leben beiseite schieben, weil seine Familie bedroht ist. Bob Odenkirk liefert eine sehr glaubwürdige Darstellung ab und der Film hat einen großen Unterhaltungswert, auch wenn dem Regisseur in Sachen Gewalt gelegentlich der Gaul durchgeht. Aber gut, der Held, der wieder Gewalt zelebrieren muss, hat es auch mit den fiesesten Soziopathen zu tun.
Mehr und mehr offenbart sich, dass "Nobody" eine dunkle Seite hat und auch Geheimnisse aus seiner Vergangenheit beinahe schon begraben hat. Nun holt er sie wieder hervor und steht damit in bester Tradition zu Filmverwandten wie dem "Equalizer" von Antoine Fugua - dort entfaltet Denzel Washington als ehemaliger Defence Intelligence Agent durch gewisse Ereignisse sein in ihm steckendes Potential. Auch Viggo Mortensen als Familienvater Tom Stall, der seine Vergangenheit als Joey Cusack in Cronenbergs "History of Violence" abgelegt hat, muss durch die Präsenz von Gangstern sein bürgerliches Leben beiseite schieben, weil seine Familie bedroht ist. Bob Odenkirk liefert eine sehr glaubwürdige Darstellung ab und der Film hat einen großen Unterhaltungswert, auch wenn dem Regisseur in Sachen Gewalt gelegentlich der Gaul durchgeht. Aber gut, der Held, der wieder Gewalt zelebrieren muss, hat es auch mit den fiesesten Soziopathen zu tun.
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