Mittwoch, 5. Dezember 2012

Der Fall Serrano
























Regie: Georges Lautner

Europäisches Politkino aus den 70ern...

Schon in den 70ern war klar: In hohen Kreisen der Politik und Wirtschaft ist Korruption keine Seltenheit. Erpressung und Verleumdung, um die eigene Karriere voranzutreiben, sind an der Tagesordnung. Der Abgeordnete Michel Serrano (Charles Mulin) hat zudem seit Jahren brisante Unterlagen in seinem Safe. Eine Akte über kriminelle Geschäftsgepflogenheiten mächtiger Manager und Finanziers, Politiker und deren Machenschaften und allerlei anderes belastendes Material. Damit hat er sich allerdings auch zur Zielscheibe seiner Gegner gemacht. Einem anderen Abgeordneten Philippe Dubaye (Maurice Ronet) gehen schließlich bei einer nächtlichen Verabredung mit diesem Serrano die Nerven durch und er erschlägt ihn. Um seine Tat zu vertuschen, überredet Dubaye seinen alten Freund Xavier (Alain Delon) zum Alibi, dass beide zur Tatzeit gemeinsam mit Dubayes Frau (Stephane Audran) gegessen haben. Doch mit dieser Aussage geben sich die beiden gewieften Kommissare Moreau (Michel Aumont) und Pernais (Jean Bouise) kaum zufrieden.
Denn genau diese Akte ist verschwunden.
Und plötzlich sind ganz verschiedene Gruppen hinter der verschwundenen Akte von Serrano her. Damit sind alle in Gefahr, auch Dubayes heimliche Freundin Valerie (Ornella Muti) und auch Xavier lebt plötzlich immer gefährlicher...







"Der Fall Serrano" stammt aus dem Jahr 1977, wurde von Georges Lautner (Der 7. Geschworene, Der Profi, Der Puppenspieler, Der Windhund, Der Bulle) gedreht und von Alain Delon produziert.
Er steht ganz in der Tradition spannender französischer Thriller, versehen mit einer sehr kühlen Ambiente aus Geschäftsetagen, noblen Pariser Schuppen und vor allem einem Klima der Bespitzelungen und Observationen.
Lautner, der später durch die Belmondo Filme "Der Profi" oder "Der Windhund" noch erfolgreicher war, hat mit dem Fall Serrano wahrscheinlich den besten Film seiner Karriere gemacht.
Die Atmosphäre ist durchgehend interessant und spannend...wenn man der Handlung konzentriert folgt.
Der Schluss flacht leider etwas ab, aber dennoch erreicht "Fall Serrano" beinahe die gleiche Liga wie Verneuils "I wie Ikarus" oder "Der unsichtbare Aufstand" von Costa Gavras.
In weiteren Rollen sind Mireille Darc und ein charismatischer Klaus Kinski als obskurer Mittler zu sehen. In Frankreich wurde "Der Fall Serrano" der elfterfolgreichste Film des Jahres 1977. Bei der Cesar Verleihung 1978 waren Alain Delon als bester Darsteller und Raf Vallet und Michel Audiard für das beste Drehbuch nominiert.  







Bewertung: 7 von 10 Punkten

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