Sonntag, 9. Dezember 2012

Project X

























Regie: Nima Nourizadeh

Mein geilster Tag, eine fette Katastrophe...

Bei einer Facebook Party in einer  Kleinstadt ist es am Wochenende zu schweren Krawallen gekommen. Tausende Jugendliche waren einem Aufruf über Facebook und Twitter zu einer Project X Party gefolgt.
Hunderte Randalierer leiferten sich in der Nacht Straßenschlachten mit der Polizei, steckten Autos und Schuppen in Brand, plünderten Geschäfte.
Ein Junge hatte auf Facebook zu seinem 18. Geburtstag eingeladen, dies aber nicht als private Party markiert. Die Einladung kursierte in der Folge in den sozialen Netzwerken. Am Samstag reisten dann Tausende junge Leute an, die Situation eskalierte.
Etwa 30 Menschen wurden bei den Krawallen verletzt. 34 Randalierer wurden festgenommen.
Sie griffen die Polizei mit Pflastersteinen, Feuerwerk und Flaschen an. Die Polizei hatte 500 Beamte eingesetzt. Versicherungen schätzen den Schaden auf mindestens 1 Million Euro....solche Nachrichten häufen sich in den Medien.
"Project X", ein Film von Nima Nourizadeh aus dem Jahr 2012 nimmt dieses Zeitgeistphänomen auf und präsentiert dem Zuschauer eine solche Geburtstagsparty, die völlig aus dem Ruder läuft.
Und dies haben die drei Freunde Thomas (Thomas Mann), Costa (Oliver Cooper) und JB (Jonathan Daniel Brown) zu verantworten, die eigentlich zu den Losern der Highschool gehören und an Thomas´17. Geburtstag mal gehörig die Sau rauslassen wollen.
Alles läuft perfekt, denn die Eltern verreisen übers Wochenende. Thomas rechnet und hofft auf eine super Party, ca. 50 Leute, vor allem die angesagten Mädels, zb. Alexis (Alexis Knapp) sollen kommen. Aber auch Thomas beste platonische Freundin Kirby (Kirby Bliss Banton) soll nicht fehlen.
Allerdings ist Freund Costa mehr größenwahnsinnig und sprengt den Rahmen der Beschaulichkeit, indem er mächtig Promotion für die kommende Party mit Mund-zu-Mund-Propaganda oder Kettenmails macht, sogar eine Annonce auf Craigslist wird geschaltet.
Von einem Dealer wird noch Gras besorgt, was man auch lieber hätte bleiben lassen sollen. Am besagten Abend explodiert die Party mit beinahe 2000 Gästen, die Teenies besinnen sich auf ihre animalischen Wurzeln. Keine Frage: Es wird die Party aller Partys, der Anarchismus siegt für wenige Stunden über die bürgerliche Welt. Das ist durchaus recht provokant, auch wenn der Film als Party- und Teeniefilm getarnt ist.

Der Macher versetzt den Zuschauer mit seiner Partyapokalypse direkt an den Zahn der Zeit. An der Kasse war der Film recht erfolgreich, die Kritik fand eher weniger lobende Worte.
Trotzdem hat mich dieser Teeniefilm aufgrund seiner Aktualität irgendwie gepackt, es steckt eine Menge Lebensgefühl einer jungen Generation in diesem aberwitzigen Dokument.



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

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