
Regie: Jan Krüger
Verloren in der Uckermark...
Der in 1973 in Aachen geborene deutsche Filmregisseur dreht vornehmlich Schwulenfilme. Zwischen seinem ersten Spielfilm "Unterwegs" und dem aktuellen "Auf der Suche" entstand das eigenwillige Roadmovie "Rückenwind", die beiden Protagonisten sind aber nicht mit dem Auto auf der Straße unterwegs, sondern mit ihren Fahrrädern durch die brandenburgische Uckermark.
Johann (Sebastian Schlecht) und Robin (Eric Golub) heissen die beiden Jungs, die ein paar Tage fernab von der Zivilisation im Wald schlafen, dabei über ein unbrauchbares Zelt verfügen, aber heiss aufeinander sind. In der Natur können sie sich ganz auf sich konzentrieren, es entsteht eine abolute Nähe. So fliesst alles ruhig und harmonisch, wenn die beiden mit ihren Fahrrädern auf einer gelblichen Betonpiste entlangradeln, das Leben ist ein schöner, ruhiger Fluß. Doch sie verlieren ihre Fahrräder, ihre Orientierung und in dieser Situation kommen die Gegensätzlichkeiten der Gefühle zum Tragen wie Anziehung und Abstoßung oder Nähe und Ferne.
Hungrig wie sie sind kommen sie an einem Bauernhof an, dort wohnt die alleinstehende Grit (Iris Minich) und ihr Sohn Felix (Denis Alevi).
Dort bleiben sie für ein paar Tage...
Viel passiert nicht in "Rückenwind", im Off kommentiert Johann ein bisschen, so auch die Parabel vom Hasen und Fuchs. Möglicherweise wird der eine oder andere Zuschauer enttäuscht vom Ende sein, denn es beantwortet viele Fragen nicht. Allerdings ist die Reise vorher, die für den Zuschauer 75 Minuten und für die Protagonisten einige Tage in ihrem Leben dauert, sehr schön und melancholisch eingefangen. Der Film zelebriert die Macht des Augenblicks, des magischen Moments. Hier hat er beeindruckende Bilder zu bieten, die Story selbst fliesst, verändert sich und am Ende weggeblasen. Ein Hauch von Sommer. Großes Geschick bewies der Regisseur seine Geschichte sehr natürlich und völlig unverkrampft zu erzählen.
Ein schöner Film mit ganz wenig Handlung. Freunde, die geradlinige Geschichten mögen und spannende Erzählungen werden enttäuscht sein
Bewertung: 8 von 10 Punkten
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