Sonntag, 9. Dezember 2012

Dame, König, As, Spion

























Regie: Tomas Alfredson

Der Maulwurf...

Tomas Alfredson (So finster die Nacht) entführt den Zuschauer in die Zeit des kalten Krieges. Die Spionagestory beginnt im Herbst 1973 mit einem inoffiziellen Sonderauftrag, den der Geheimagent Jim Prideaux (Mark Strong) von seinem Chef, dem Leiter des britischen Geheimdienstes (John Hurt) erhält. Der Mann soll nach dem Wunsch von Control, so wird der Boss genannt, nach Budapest reisen und sich dort mit einem hohen ungarischen General treffen, der überlaufen will und zudem mit einer ganz heißen Information auftrumpfen kann. Es soll einen Maulwurf in der Führungsetage von "Circus" (so wird der britische Geheimdienst intern genannt) geben, einer der vier aus der obersten Führungsriege ist ein Agent Moskaus. Aber wer ? Control bekommt das nie heraus, denn das Treffen in einem Budapester Cafe entpuppt sich als Falle, Prideaux wird niedergeschossen.
Cotrol wird wegen dieses Misserfolges in den Ruhestand versetzt und Nachfolger wird Percy Alleiline (Toby Jones), einer der vier Verdächtigen - wie seine weiteren Getreuen Billy Haydon (Colin Firth), Roy Bland (Claran Hinds) und Toby Esterhase (David Derrick).
Gemeinsam unterhalten die Vier eine inoffizielle Verbindung zu einem russischen Spion, der den Geheimdienst mit Informationen über das sowjetische Militär versorgt. Alles könnte bestens sein, die Verbindung wird Operation Witchcraft genannt und ermöglicht auch die Weitergabe an die Amerikaner. Dann kommt allerdings der junge Agent Ricki Tarr (Tom Hardy) ins Spiel, der ebenfalls Informationen über einen Maulwurf bekommen hat. Der entlassene Topagent George Smiley (Gary Oldman), zudem auch von seiner Frau verlassen, wird mit der Aufgabe betraut, den Spion in den eigenen Reihen zu finden und zu entlarven. Dabei steht ihm der junge Peter Guillam (Benedict Cumberbatch) als Helfer zur Verfügung.
In der Wohnung des inzwischen verstorbenen Control entdecken Guillam und Smiley fünf Schachfiguren, die von Control mit den Bildern der als Maulwurf Verdächtigen versehen wurden: Neben den vier bereits Verdächtigen kommt daher Smiley selbst als möglicher Maulwurf daz. Smiley ergänzt die Figuren noch um Karla, seinen sowjetischen Gegenspieler in Moskau, den er einmal in seinem Leben persönlich traf...

Man kann nicht sagen, dass das Drehbuch einfach gestrickt ist, es ist verzwickt und schafft immer wieder neue Verwirrung. Allerdings macht dies vielleicht auch den Reiz dieses old-school Agententhrillers aus, der m.E. sogar dem 60er Jahre Agentenmeisterwerk "Der Spion, der aus der Kälte kam" in Sachen Qualität in nichts nachsteht.
Hier ist es aufgrund der starken Akteure und einer atmosphärisch dichten Geschichte gelungen, das Flair der 70er Jahre Paranoia wieder aufleben zu lassen. Die 3 Oscarnominierungen (Gary Oldman, Alberto Iglesias für die Filmmusik und Straughton/O´Connor fürs komplexe Drehbuch) sind mehr als gerechtfertigt. Am Ende war ich sehr begeistert, der Film gehört zu den besten in diesem Jahr. Großartig auch die Kameraarbeit von Hoyte van Hoytema, der unvergessliche Szenenbilder zum Leben erweckte.



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen