Sonntag, 9. Dezember 2012

The Hunter

























Regie: Daniel Nettheim

Die letzte Jagd...

Der Tasmanische Tiger war bis zu seinem Aussterben das größte fleischfressende Beuteltier auf dem gesamten australischen Kontinent. Das letzte bekannte Exemplar starb 1936 in einem Zoo.
Weil sie für blutrünstige Jäger gehalten wurden, die Schafe rissen, setzte die Regierung ein Kopfgeld von einem Pfund für jedes erlegte Exemplar aus. Zeitgleich - so vermuten Wissenschaftler - könnte auch eine Epidemie das Aussterben der Species mit beschleunigt haben.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Tasmanische Tiger damit ausgestorben, dennoch wird immer wieder von Sichtungen lebender Tiere in Tasmannien berichtet. Es existieren jedoch keine Beweise für diese Beobachtungen.
Im Jahr 2000 begannen Wissenschaftler mit der weiteren Erforschung der DNA des Tieres, um die ausgestorbene Art vielleicht erneut züchten zu können. Fünf Jahre später gaben sie den Versuch auf, denn das vorhandene Genmaterial war zu lückenhaft, um es tatsächlich zu rekonstruieren. Im Jahr 2005 setzte eine australische Zeitschrift eine Belohnung von umgerechnet 750.000 Euro für den Beweis eines lebendigen Exemplars.
Der australische Film "The Hunter" von Daniel Nettheim geht ebenfalls diesem fabelhaften, legendären Raubtier nach und realsierte damit den 1999 erschienene Roman von Julia Leigh.
Der Söldner und Jäger David Martin (Willem Dafoe) wird von der militärischen Biotech-Firma Read Leaf engagiert, einen dieser vermeintlich ausgestorbenen tasmanischen Tiger aufzuspüren, denn es gab vor kurzem zwei Sichtungen, die vielversprechend klangen. Sein Auftrag lautet: Gewebe- und Organproben am Ende seiner Mission als Beweis mitzubringen.
Er reist nach Tasmanien unter dem Pseudonym eines Universitätsprofessors und kommt durch Vermittlung bei der alleinerziehenden Mutter Lucy (Frances O0`Connor) und ihren beiden Kids Sass (Morgana Davies ) und Bike (Finn Woodlock). Der Vater - ein Umweltschützer - ist seit mehreren Monaten in der Wildnis verschwunden und wird vermisst.
Es ist ziemlich sicher, dass ihm etwas zugestoßen ist - Martin vermutet gar, dass die Bürger des Ortes vielleicht etwas damit zu tun haben. Denn die lieben keine Umweltaktivisten, denn sie fürchten um ihren Arbeitsplatz abei der dort ansässigen Holzfällerfirma, dem größten Arbeitgeber der Region.
Jack Mindy (Sam Neill), ein lokaler Führer, steht ihm als Unterstützung zur Verfügung, doch der schweigsame Martin ist ein Einzelgänger, der wenig Kontakt mit Menschen hat und sich Ruhe und Zeit bei seiner Jagd lässt. Allerdings leistet er sich sowohl bei der Zuneigung zur Familie als auch für das zu jagende Tier immer mehr Gefühl...

Regie in "The Hunter" führte Daniel Nettheim, der damit sein eigenes Skript verfilmte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Zuschauer wird in dem langsamen und bedächtigten Erzählfluß nicht nur mit einem Abenteuer konfrontiert, sondern liefert zustätzlich eine beklemmende Kritik am Menschen ab, der mit seinen Ambitionen Herr der Welt zu sein, vor allem einer faszninierenden und erhaltenswerten Tierwelt immer mehr die wichtigsten Grundlagen der Existenz raubt. Daher gestaltet sich das Ende auch extrem bitter in seiner Konsequenz und im Verhalten des Jägers und entlässt das nachdenkliche Publikum ratlos wegen diesem Dilemma zurück.
Immer wieder hört man von vom Aussterben bedrohten Arten, hier ist Engagement gefragt und "The Hunter" liefert da auf jeden Fall eine Überzeugungsarbeit ab aktiv zu werden.
Wer viel Action erwartet, der wird vielleicht eher enttäuscht sein, denn neben dem Portrait eines stillen Jägers, der akribisch seine Arbeit macht, herrscht vor allem eine meditative Grundstimmung vor, eine Art Metapher sich auf die Grundbedürfnisse zu besinnen.
 Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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