Sonntag, 9. Dezember 2012

Sommer vorm Balkon





















Regie: Andreas Dresen

Berliner Nächte sind lang...

Wie wärs mal mit einem Sommerfilm ? Die 2006 gedrehte Tragikomödie "Sommer vorm Balkon" von Regisseur Andreas Dresen passt hervorragend zum heutigen Wetter (viel Sonne, 27 Grad) und vermittelt sein Sommerfeeling aus dem Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Dort wohnen die beiden Freundinnen Katrin (Inka Friedrich) und Nike (Nadja Uhl) im selben alten, großen Mietshaus. Katrin kommt ursprünglich aus Süddeutschland und ist in Berlin mit ihrem Sohn Max (Vincent Redezki) nach der Scheidung hängengeblieben. Zur Zeit sucht sie Arbeit und besucht momentan einen Workshop des Arbeitsamt mit dem Thema "Wie bewerbe ich mich erfolgreich". Nike ist gelernte Schneiderin, arbeitet aber als Altenpflegerin bei einer Sozialstation. Sie kommt gut klar mit ihren Klienten, zu denen auch die alte, rüstige Helene (Christel Peters) gehört.
Die Freizeit ersttreckt sich auf den Balkon mit Aussicht, von dort aus beobachten die Frauen manchmal den Apotheker, der auf der anderen Straßenseite arbeitet. Abwechslung gibts in der Stammkneipe bei Tina (Stephanie Schönfeld), wo man bei deutschen Schlager den Alltag ein bisschen vergessen kann.
Rein zufällig lernen die beiden Freundinnen den LKW-Fahrer Ronald (Andreas Schmidt) kennen, mit dem Nike sehr spontan ein sexuelles Verhältnis beginnt. Dies löst bei Katrin, die sich benachteiligt und vernachlässigt fühlt, eine Alkoholkrise aus...



Endlich mal eine deutsche Komödie, die sehr realistisch und stimmungsvoll wirkt, trotz der vielen melancholischen Untertöne, die der preisgekrönte Film zu bieten hat.
Dabei entlarvt der Regisseur sehr gekonnt die Stolperfallen des Alltags und gibt dem Ganzen eine hoffnungsvolle, komische Note.
Als Themen werden Liebe, Freundschaft, Solidarität und die Einsamkeit in einer Metropole - mitten in den Hundstagen - skizziert.



Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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