
Regie: Takashi Miike
Astronaut oder Engel...
Im Original heisst "Big Bang Love Juvenile A", der sehr besondere Takashi Miike Filme "4,6 Billionen Jahre Liebe" und entstand mit einem äusserst geringen Budget im Jahr 2006.
Der Regisseur, der seine Filme beinahe schon in Fließbandmanier erstellt, hat aber dieses Manko mit einem Höchstmaß an Innovation recht gut gelöst. So erinnern die Kulissen an die theaterhafte Inszenierung von "Dogville", dem Film von Lars von Trier.
Üppige Sets konnte sich die Filmcrew nicht leisten, so wirkt der ganze Filme seltsam unrealistisch, was aber kein Nachteil für die Geschichte darstellt, die Miike da erzählt.
Es geht um eine Freundschaft in einem Jugendgefängnis, dort werden am selben Tag die zwei jugendlichen Mörder Jun (Ryuhei Mastuda) und Shiro (Masanobu Ando) eingeliefert. Jun wurde verurteilt, weil er einen Freier ermordete, den er aus der Schwulenbar, in der er arbeitete, aufgerissen hatte. Shiro ist im Gegensatz zu Jun nicht schmächtig, sondern ein aggressiver Jugendlicher, der gemordet und vergewaltigt hat.
Trotz der Gegensätze kommen sich die beiden jungen Männer im siffigen Knast näher. Doch eines Tages wird Jun entdeckt, wie er vor dem toten und erwürgten Shiro liegt und sich selbst des Mordes an dem Freund bezichtigt. Die Kripo soll den Fall aufklären, weil es auch nch andere Zeugenaussagen gibt. Darüberhinaus kommt auch der Gefängnisdirektor ins Visier der Ermittlungen...
Im sehr kunstvoll konzipierten Youngsterfilm geht es um ein Rätsel, dass gelöst werden soll und auf dem Weg dorthin das Thema "Männlichkeit", "Freundschaft" und "Sexualität" bearbeitet. Kameramann Nao Sasaki steuert gute Ideen in der Gestaltung des düsteren Bilderfilms bei, der insgesamt sehr spröde wirkt und sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Vor allem ist das ein Film, der sehr wenig mit den populären Werken Miikes aus den Genres Action/Horror/Yakuza-Thriller gemein hat. Das Wesentliche ist auf die beiden Hauptdarsteller reduziert, denen es beiden gelang Jugendliche glaubwürdig darzustellen, obwohl beide bei der Entstehung des Films bereits über 30 Jahre alt waren.
Ein sehr interessanter Film ohne die übliche gradlinige Erzählstruktur, der Film hat eine sehr eigenständige Note und stellt die Frage, wo man lieber hingehen möchte: Ins Weltall oder in den Himmel.
Bewertung: 7 von 10 Punkten
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