Sonntag, 9. Dezember 2012

Invictus



Regie: Clint Eastwood

Das Wunder von Johannesburg...

"Invicut" heisst übersetzt "Unbesiegt" und mit diesem Thema setzt sich auch der gleichnamige Film von Clint Eastwood aus dem Jahr 2009.
Es ist - trotz Rugby - ein poetischer Film über die Aussöhnung einer Nation.
Es ist auch ein Film über die Präsidentenjahre von Nelson Mandela (Morgan Freemann) und beginnt mit dessen Freilassung aus der 17jährigen Gefängnishaft im Jahr 1990.
1994 wird er zum ersten schwarzen Präsidenten gewählt, als großes Lebenswerk gilt, das gespaltene Land nach der dunklen Zeit der Apartheit zu einigen.
Doch der Hass, manchmal vielleicht auch nur Mißtrauen, ist noch nicht aus den Köpfen der Menschen verschwunden.
Im Rugbysport ist Südafrika eine der führenden Nationen, doch Anfang der 90er Jahre läuft das nicht so gut für das Team von Francois Piennaar (Matt Damon).
Mandela erkennt sehr schnell die verbindende Wirkung durch den Sprot, doch die tiefe Kluft zwischen Schwarz und Weiß hat bewirkt, dass Rugby von der schwarzen Mehrheit des Volkes immer noch als Sport der Buren und damit der ehemaligen Unterdrücker angesehen wird. Daher will weder das Mitfiebern noch die Identifiktation gelingen.
Mandela besucht ein Spiel der Mannschaft. Diesen "Springboks" sollen bei der 1995 stattfindenden Weltmeisterschaft im eigenen Land triumphieren. Der weise Präsident erklärt dies zur Chefsache, auch wenn seine Berater dieses Engagement für den Sport der Weißen eher belächeln, schliesslich gilt es politische Themen zu meistern.
Damit unterschätzen sie die Tiefenwirkung, die eine gemeinsame Nationalmannschaft an Aussöhnung bringen kann.
Zumal in der Mannschaft nur ein dunkelhäutiger Spieler einen festen Platz hat.
Der Präsident lädt den Kapitän der Mannschaft zu Tee ein, was unheimlich Wirkung auf den jungen Mann hinterlässt.
Nun wird auch schon mal in die Townships gereist zwecks Imagepflege, durch den Kontakt mit der schwarzen Bevölkerung wächst tatsächlich die Unterstützung für die Mannschaft..


Ein Film über Südafrika nach der Apartheit, ein Film über Rugby (der Unterschied zum Fußball kann ein englisches Sprichwort erklären: Football is a gentleman`s game playd by ruffians and rugby ist a ruffian´s game played by gentlemen), ein Film über einen der wichtigsten Figuren im Kampf gegen den Rassenhass und vor allem ein Film zum Thema "Versöhnung".
Dies alles wird von Clint Eastwood perfekt in Szene gesetzt, man muss auch nicht die Regeln des Rugby beherrschen. Ziel ist es, den Ball am Gegner vorbei zu tragen oder zu kicken und dadurch Punkte zu erzielen.
Die Geschichte zeigt vor allem, dass durch den Sport, durch die Mannschaft im Volk eine Begeisterung und eine Zusammengehörigkeit entstehen kann, die sich auch auf den Alltag und auf die Zukunft des Landes positiv aufwirkt. Was Südafrika hier erlebt hat, das dürfte in ungefähr mit dem vergleichbar sein, was der  1954er Sieg der Fußball-WM in Bern bei uns ausgelöst hat.
Ein guter Film, Eastwood beweist auch im ruhigen, gefühlvollen Fach ein sicheres Gespür.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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