
Regie: Neil Burger
Der große Eisenheim...
The Illusionist" ist vor allem ein Fest fürs Auge. Kein Wunder, dass der britische Kameramann Dick Pope (Nackt, Lügen und Geheimnisse) für seine großartige Leistung mit einer Oscar-Nominierung in der Sparte "Beste Kamera" belohnt wurde.
Seine Bilder sind es, die den Fantasy Thriller von Neil Burger veredeln.
Der Film, der sowohl fiktionale und historische Figuren enthält, beginnt mit einer später noch einmal gezeigten Schlüsselszeene, in der der Chef Inspektor von Wien, Walter Uhl (Paul Giamatti) mit seinem Männern in die Vorstellung des Illusionisten Eisenheim (Edward Norton) drängen, mit dem erklärten Ziel den Scharlatan zu verhaften. Denn Eisenheim lässt Tote aufersehen. DDie Zaubershow mit dem Heraufbeschwören von Toten hat somit ein Ende. DDann beginnt er, die Geschichte des Menschen Eisenheim zu erzählen, der vor allem viel später für Kronprinz Leopold (Rufus Sewell) zu einer großen Gefahr wird.
Eisenheim wurde als Sohn eines Schreiner in Wien als Eduard Abramovich geboren. Als Bauernjunge im Teenageralter (Aaron Johnson) trifft er in einer Wanderausstellung Zauberer, einige Tricks will er erlernen und bald ist der Junge besessen vom Gedanken Zauberer zu werden. Zu dieser Zeit verliebt er sich in die etwa gleichaltrige adlige Sophie, Herzogin von Teschen (Eleanor Tomlinson), doch der Standesunterschied ist zu groß. Die junge Liebe wird berboten und die beiden Teenager gewaltsam getrennt.
Eisenheim verlässt die Heimat und reist jahrelang um die Welt und bemüht sich um die Perfektionierung seines Handwerks. Er kehrt nach Wien Jahre später als Magier (Edward Norton) zurück. Dort trifft während einem seiner bestaunten Auftritte auf seine einstige Jugendliebe Sophie (Jessica Biel), die ihn zuerst nicht erkennt. Sophie ist inzwischen mit Kronprinz Leopold liiert, der die Absicht hat sie zu ehelichen.
Sofort kristallisiert sich spontan eine Feindschaft zwischen dem Kronprinz und dem Magier heraus. Der Monarch lädt den Künstler aber zu einer privaten Vorstellung aufs Schloß ein. Dort kommt es während der Vorstellung beinahe zu einem Eklat...
Der sehr liebevoll ausgestattete Film spielt auf zeitgenössische Zauberkunststücke an, wie etwa auf Jean Eugène Robert-Houdins Orangenbaum sowie auf die um die Jahrhundertwende in Wien populären Geisterprojektionen etwa im Theater von Anton Kratky-Baschik. Die fachliche Beratung leistete Ricky Jay.
Lobenswert sind die glänzend aufgelegten Darsteller Edward Norton, Paul Giamatti und Rufus Sewell. Die Story ist mit einem hypnotischen Hauch von Magie durchzogen. Somit ein Fest für Fans von düster-romantischen Historienfilm. Am Ende beweist sich der Meister der Illusion mit einem doppelten Boden. Eine gute Atmosphäre ist schon von Anfang an geboten, wenn der Illusionist die Bühne betritt, auf seinem Stuhl Platz nimmt und der Zuschauer auf die Magie hofft.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.
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