
Regie: Kazushi Watanabe
Unfreiwilliger Familienausflug...
"19", ein Independent Film aus Japan basiert zum Teil auf einer wahren Begebenheit. Der Regisseur und Drehbuchautor Kazushi Watanabe, der auch als einer der Hauptdarsteller zu sehen ist greift darin einen Fall auf, der sich so ähnlich in seiner Heimatstadt Tokio zugetragen hat. Drei Männer entführten damals einen jungen Mann und entliessen ihn irgendwann mit einer 1 Dollar Note wieder in die Freiheit. Alles was dazwischen geschieht, ist filmische Fiktion und ist von Kameramann Masakuzu Oka in spröde und teilweise faszinierende Bilder umgewandelt worden, der Film ist Roadmovie mit bis zum Schluß unvorhersehbarem Ausgang.
Er pflegt einen "ausgewaschenen" Look, die Bilder wirken blass und farbenblass.
Drei junge Männer - der wortkarge Schläger Kobe (Ryo Shinmyo), der sympathische Fotograf (Takeo Noro) und deren Anführer (Kazushi Watanabe) cruisen mit ihrem Auto durch Tokio. Sie fragen den Studenten Usami (Daijiro Kawaoka) nach dem Weg zum Image Park. Auf die Bitten der Männer lässt sich der Mopedfahrer überreden vorauszufahren, da sich die drei im Auto nicht besonders auskennen. Das wird dann auch zu seinem Verhängnis, denn in einer Seitenstraße wird der Student von den Männern entführt. Nach bescheidenem Widerstand und erster Akzeptanz seiner Situation als Geisel fragt er nach der Uhrzeit und deutet so eine Außenwelt an, in die er diesen Umstand einordnen muß. Langsam lässt er sich von dieser Odyssee per Auto treiben, es kommt zu einem Einkaufsbummel im Supermarkt, zu einem Zoobesuch, zu Erinnerungsfotos und einer dicken Brise Melancholie.
Am Strand bringen die drei Männer einen weiteren jungen Typ in ihre Gewalt. Mit dem "Neuen" (Masashi Endo) könnte sich Usami jetzt verbünden, doch er gerät in einen sonderbaren Zwiespalt einerseits Opfer aber andererseits auch Teil eines Quartetts zu sein...
Ein sehr empfehlenswerter, leiser Film in lakonischen Stil von Jim Jarmush und die Story fungiert als vielfältige Reflexion über Zwänge, Freiheit, Unterdrückung und Unterwerfung. Die Gitarrenriffs passen gut zur coolen Atmosphäre. Ein Film, der langsam vor sich hinplätschert und irgendwann mit einer drastischen Wendung die Protagonisten vor eine ganz neue Situation stellt.
Die DVD Ausgabe ist die japanische Sprachfassung mit deutschen Untertiteln.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
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