Sonntag, 9. Dezember 2012

Mad Circus

























Regie: Alex de la Iglesia

Der lachende und der weinende Clown...

Spätestens wenn in "Mad Circus" in der Mitte eine alter 60er Jahre Ballade des populären Sängers Raphael "Balada de la Trompeta" erklingt, gesellt sich zur schrillen Groteske eine genauso dominante Melancholie dazu, die dem 2010 entstanden Film von Alex de la Iglesia seinen Originaltitel "Balade triste de Trompeta" gab. Beide Titel sind passend und sowohl die Verrücktheit als auch die Traurigkeit ergeben die Quintessenz dieses faszininierenden Films.
Dementsprechend ist es auch die Geschichte von Weißclowns und seinem Partner, dem dummen August, dem die Sympathien des Publikums und vor allem der Kinder viel eher zufliegen. Er gilt als witzig und wsrmherzig, im Gegensatz zum stilleren, besserwissenden Harlekin.
1937: Ein Gruppe von Soldaten stört in den letzten Tagen des spanischen Bürgerkriegs eine Zirkusvorstellung und zwingt die männlichen Mitglieder dvom Zirkus fürs Vaterland zu kämpfen.
Während der Clównnarr (Santiago Segura) seiner Pflicht nachkommen will, weigert sich der traurige Clown (Fofito) die Waffe in die Hand zu nehmen und wird daraufhin vom General zusammengeschlagen.
Der kleine Javier (Sasha di Benedetto), Sohn vom dummen August, bleibt alleine zurück.
Sein Vater ist besonders eifrig in einer Schlacht, wird aber daraufhin vom Gegner inhaftiert.
Javier besucht seinen Vater immer wieder im Gefängnis, er will das Familienerbe antreten und möchte ebenfalls ein berühmter Clown werden, die die Leute zum Lachen bringt.
Der Vater sagt ihm aber, dass er nur noch Weißclown werden kann, weil er zuviel Traurigkeit erlebt hat. Es gäbe allerdings die Rache, die manche Wunden heilt.
1973: Spanien erlebt die letzten Jahren seiner seit 1936 anhaltendn Militärdiktatur durch Franco, vielfach zeigt sich schon das moderne Spanien.
Javier (Carlos Areces) ist tatsächlich Weißclown geworden und wie sein Vater schon vermutet hat ein wenig geselliger, ruhiger und melancholischer Mensch. Er findet eine Anstellung beim Zirkus, mit seinem Partner, dem Cown Sergio (Antonio de la Torre) gibts gleich beim ersten Kennenlernen Spannungen. Dieser Clown, der die Kinder zum Lachen bringt, ist ein sexistischer, brutaler Folterer - sein Opfer ist seine von ihm sexuell abhängige Freundin und Trapezkünstlerin Natalia (Carolina Bang), die von ihm sehr oft geschlagen und misshandelt wird.
Sie freundet sich sehr schnell platonisch mit Javier an und sieht in diesem einen sanften Ruhepol.
In dieser fatalen Dreierkomstellation kommt es bald zur größten Katastrophe...

"Mad Circus" ist ein visuell überragender Bilderrausch, dessen Handlung - laut Regisseur eine Abrechnung mit dem Franco Regime darstellen soll. Vielfach wurde er auch mit "Inglorious Basterds" verglichen, wobei die Verwandtschaft vor allem durch die herrlich respektlose und gewagte Ausarbeitung mit dem Thema begründet sein dürfte.
Es ist vor allem ein sehr eigenwilliger Film, der sich manchen Momenten dreckig und voll Splatter präsentiert, im nächsten Moment, die Tristesse des Geschehens reflektiert.
Wer sich auf einen Film einlassen will, der irgendwie ganz anders funktioniert, der wird von dem äusserst schrägen Genremix des Alex de la Igleias schon begeistert sein. Auch Kameramann Kiko de la Rica gebührt für die Bilder dieses subversiven Kinospektakels großes Lob.



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

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