Mittwoch, 26. Dezember 2012

We need to talk about Kevin



Regie: Lynne Ramsay

Mutter und Sohn....

Die Erinnerungen einer Mutter: Der Jugendliche Kevin Katchadourian (Ezra Miller) ist im Gefängnis, nachdem er grauenhaftes Massaker an seiner Highschool angerichtet hat.
Seine Mutter Eva (Tilda Swinton) war einmal eine erfolgreiche Reiseschriftstellerin, lebt aber inzwischen alleine in einem heruntergekommenen Haus und bekommt trotz des Amoklaufs ihres Sohns eine Anstellung in einem Reisebüro in einem Einkaufszentrum.
Noch immer bekommt sie den Haß ihrer Mitmenschen zu spüren, sie wird auf der Straße geohrfeigt oder ihr Haus ist mit roter Farbe versudelt wurde.
Dazwischen erinnert sie sich immer wieder an das Massaker und an das Verhältnis zu ihrem Sohn, das große Problem seit der Geburt von Kevin bestand darin, dass sie als Mutter nie eine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen konnte.
Von Anfang an war die etwas neurotische Frau überfordert mit Kevin. Schon als Kind treibt auch Kevin - wohl aus Reaktion - böse Spiele mit seiner Mutter. Man sieht, wie er genüsslich vor ihren Augen in seine Windeln kackt. Später werden die Spiele gefährlicher, mit seinem Vater Franklin (John C. Reilly) hat er aber ein vordergründig sehr gutes Verhältnis. Eifersüchtig reagiert er auch, als seine kleine Schwester Celia (Ashley Gerasimovich) zur Welt kommt. Der Junge ist verschlossen und geheimnisvoll.


 Das Mutter-Sohn-Drama "We Need to Talk About Kevin" ist über Strecken inszeniert wie ein Horrorfilm. In der Wahrnehmung der Mutter wirkt der Junge wie Satan persönlich, als Teenager gleicht der Junge sogar optisch seiner Mutter. Lynne Ramsay liefert psychologisch einen ausgezeichneten, verstörenden Film ab, der keine Antworten gibt.
Zu einem Zeitpunkt der Geschichte hat Eva den Kampf gegen ihr Kind schon lange ganz verloren. Der sadistisch veranlagte Teenager spielt manipulativ mit ihren Gefühlen und behält stets die Oberhand.
Vor allem der zweite Teil des Films hat es in sich, dort liefern vor allem Tilda Swinton und der Jungstar Ezra Miller intensivstes Schauspielerkönnen ab.
Ein beklemmender Film, der sicherlich zu den besten dieses Jahres gehört - wenngleich auch keine leichte Kost bietet.
Tilda Swinton bekam für ihre Rolle den europäischen Filmpreis 2011 als beste Hauptdarstellerin.
Ein Film, der lange im Gedächtnis bleiben wird.



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