Sonntag, 9. Dezember 2012
Company Men
Regie: John Wells
GTX entlässt seine Mitarbeiter...
Mein Auto, mein Haus, meine Yacht, meine Pferde..."Company Men" ist ein Film über die neue Armut der Reichen in den USA. Darüberhinaus eine amüsante und auch bittere Abrechnung mit unserem Wohlstandsdenken, ein Film auf der Höhe der Zeit. Nicht nur in den USA...John Wells Filmdrama passt überall hin.
Die Karriere von Bobby Walker (Ben Affleck) geht extrem rasch und überraschend zu Ende, am Ende gibts für ihn den Rauswurf aus der Firma. Es muss gespart werden, natürlich am Personal. Alles was ihm bleibt ist ein Pappkarton für seine Habseligkeiten sowie 3 Monate volles Gehalt (was so hoch ist wie für den Durchschnittsverdiener ein recht gutes Jahresgehälter) und die finanzielle Unterstützung der Firma für die 4 monatige Hilfe durch ein Jobcenter - doch es ist heute nicht so einfach einen neuen und vor allem gleich gut bezahlten Alternative. Aber Bobby Walker würde von den 120.000 Dollar auch für 90.000 Dollar einen Job annehmen.
Je mehr verdient wird, desto höher der Fall. Denn im Laufe der Geschichte wird auch Bobbys Vorgesetzter Phil Woodward (Chris Cooper), Spitzenverdiener und Mitarbeiter der Firma seit der ersten Stunde - durch Fleiß bis in die Vorstandsetage gekommen - gefeuert. Am Ende trifft es gar den Ausnahmeverdiener Manager Gene McLary (Tommy Lee Jones), die rechte Hand und bester Freund von Firmenboss James Salinger (Craig T. Nelson), der sich leider zu sehr für seine Mitarbeiter und gegen die kollektiven Entlassung stellt.
Immerhin hätte Bobbys Schwager (Kevin Costner) einen Job auf dem Bau, doch anfangs streubt sich der neureiche Bobby und ärgert sich über den Rausschmiß aus dem Golfclub und den Verkauf von Haus und teurem Schlitten. Trotzdem reicht die Knete nicht mehr aus. Sein Junge Drew (Anthony O´Leary) gibt sogar sein X-Box wieder in den Laden zurück, auch Ehefrau Maggie (Rosemary DeWitt) könnte gut leben mit kleiner gebackten Brötchen.
Der Film ist auf seine Weise sehr unterhaltsam und schildert das Schicksal der Arbeitslosigkeit von drei Männern, deren unterschiedliche Gehaltsklassen hoch, extrem hoch und exorbitant sind. Also eigentlich gar nicht so tragisch, wenn nur nicht diese Männer so sehr an ihrem Luxus hängen würden und all das was dieses reiche Leben mit sich bringt.
Angesichts der wahren Armut in den westlichen Ländern mit Arbeitslosen unter dem Existenzminimum oder gar auf der Straße lebend ist das Szenario, dass "Company Men" aufzeigt sogar immer etwas befremdlich - trotzdem wirkt der Film sehr ehrlich und als Bestandaaufnahme des heutigen Leistungsträgers, der sich ganz stark und fast ausschliesslich über den Job definiert und der in eine Leere und in eine Sinnkrise gerät, als dieses Elixiier ihm weggenommen wird, denn mit ihm verschwindet auch der üppigge, materielle Anspruch, der zum ganz normalen Alltag geworden ist.
Am Ende steht allerdings ein Heilversprechen, dass allzu schlicht daherkommt und den Weg zur Besserung wieder in den Ursprüngen der Industrialisierung sucht.
Bewertung: 6 von 10 Punkten.
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