Sonntag, 9. Dezember 2012

Der Mann ohne Gedächtnis




















Regie: Duccio Tessari

Senta mit der Kettensäge...

London, Mitte der 70er Jahre: Der Mann nennt sich Peter Smith (Luc Merenda), zumindest steht der Name so in seinem Pass, doch er ist auf der Suche nach seiner wahren Identität. Die hat er aufgrund eines Autounfalls vor 8 Monaten verloren und leidet seitdem unter kompletter Amnesie.
Sein Psychiater Dr. Archibald ist ratlos, doch eines Tages erscheint ein Mann namens Philipp (Manfred Freyberger), der ihn von früher kennen will. Doch es offenbart sich nichts Gutes in der Suche nach dem verlorenen Ich, denn "Ted" - so soll er in Wirklichkeit heißen - ist alles andere als ein braver, rechtschaffener Bürger, sondern ein Krimineller, der seine Kumpane beschissen haben soll.
Noch bevor Philipp mehr Licht ins Dunkel bringt, wird er von einem unbekantnen Killer erschossen. Immerhin weiß Peter Smith nun, dass er Ted Warren ist und mit der schönen Sara(Senta Berger)verheiratet ist, die  im italienischen Portofino lebt.
Also nichts wie hin, doch eine weitere dubiose Gestalt namens George (Bruno Corrazari) heftet sich an seine Fersen. Auch will er das wertvolle Diebesgut, dass nur Ted haben kann.
Mit seiner Frau versteht er sich gleich wieder prächtig, doch die wird auch vom Sportarzt Daniel (Umberto Orsini) begehrt, noch dazu hat sie einen kleinen Kavalier in dem frechen Nachbarjungen Luca (Duilio Cruicani).
Eine Woche gibt der finstere George Ted nun Zeit, sich zu erinnern und die Dinge ins Reine zu bringen. In winzigen Bruchstücken stellen sich dann doch zuerst zusammenhanglose Erinnerungsfetzen ein, die aber alles andere als optimistisch auf das zu erwartende Gesamtbild blicken lassen...

"Der Mann ohne Gedächtnis" von Regisseur Duccio Tessari entstand 1974 und gilt inzwischen als Kultfilm und starker Beitrag des italienischen Giallo Genre.  Die Nöte dieses Mannes ohne Erinnerungen hebt sich mit der Geschichte wohltuend von anderen Werken aus der gleichen Schublade ab und zählt zweifelsfrei zu den gelungenen Genre-Beiträgen. Die Geschichgte entwickelt sich spannend, aber recht langsam - daber setzt sich nach und nach ein extrem unterhaltsames Puzzle zusammen.
Einer der Höhepunkte ist die Aufdeckung des Schurkens, der gemeinerweise Senta Bergers Hündchen als Warnschuß getötet hat und entdeckt dass die Schöne sich ihres Gipsbeines schon entledigt hat - ein Showdown mit Kettensäge ist die Konsequenz.
Freunde des gepflegten und dennoch extrem charmanten und trashigen Italo-Genrekinos der 70er sollten auf jeden Fall zugreifen. Es entgeht ihnen ansonsten ein wirklich ein sehr guter, relativ unbekannter Film.

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

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