
Regie: Frederic Mermoud
Jugendliche Liebe und erwachsene Einsamkeit...
Die Leiche eines jungen Mannes wird in der Industriestadt Villeurbanne bei Lyon aus der Rhone gefischt. Der Körper wurde brutal zerschlagen, daher ist dies ein Fall für die Inspektoren Mangin (Emmanuelle Devos) und Cagan (Gilbert Melki) von der Mordkommission.
Sie finden sehr schnell heraus, dass es sich um die Leiche des Strichers Vincent (Cyril Descours) handelt, der in der Szene sehr bekannt war und von seinem Kumpel Thomas (Jeremy Kapone) immer wieder reiche Freier vermittelt bekam. Eine der Spuren führt auch zu seiner Freundin Rebecca (Nina Meurisse), die aber verschwunden ist.
Es lässt sich ermitteln, dass sich die beiden in einem Internet-Cafe kennenlernten. Der junge Vincent gibt sich zuerst bei der naiven Rebecca als erfolgreicher Immobilienmakler aus, doch die Lüge kommt sehr schnell ans Tageslicht, denn der junge Mann möchte seine Liebe nicht länger anschwindeln und gesteht ihr wie er sein Geld verdient.
Zuerst ist das Mädchen angewidert, doch die Gymnasiastin lässt sich von Vincent für seinen Job einspannen und sie entschliesst sich als Komplizin Einfluss zu nehmen und so prostituieren sie sich im Doppelpack für abgeklärte einsame Erwachsene. Die unbekümmerte Liebe steht bald auf dem Prüfstand...
Das Spielfilmdebüt des Schweizers Frédéric Mermoud heisst "Komplizen" und ist 2009 realisiert worden.
Der Regisseur legt vor allem den Focus auf die Figuren der Geschichte und ist nicht arg an Spannung und Thrill interessiert. Er ist ganz bei den jugendlichen Figuren und mit dem Ermittlerduo ist sogar auch ein weiteres ungleiches Paar zu betrachten.
Genre und Liebesgeschichte werden zu einer stimmigen Einheit verflochten, es entstand ein Film der leisen Töne mit einem stark melancholischen Einschlag. Die Jugendlichen lassen sich ungehemmt von ihren Emotionen treiben, so zumindest zeigt es die Rückblende, die nicht nur den Ermittlungsstand der Polizei wiedergibt, sondern auch einen Gegenentwurf auf das eher graue und in ruhigen Bahnen verlaufenden ja gar spannungsarme Alltagsleben der beiden Beamten darstellt.
Eine tragische Geschichte, angesiedelt zwischen Euphorie und Depression, Träume sind zum Greifen nah und doch so weit entfernt.
Die heile Welt ist ein Trugschluß, eher unbeholfen versucht der Ermittler Cagan am Ende diese Illusion konstruieren zu wollen.



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