Samstag, 8. Dezember 2012

On the Run






















Regie: Eric Valette

Franck rennt...

Filmland Frankreich hat in den letzten Jahren immer mehr den Markt für Filme entdeckt, die ausschliesslich einem bestimmten Genre verpflichtet sind, gemeint sind vor allem die Horrormovies und die Thriller Made in France.
Auch in Eric Valettes 2011er Film "On the Run" (im Original: La Proie) stimmen die Zutaten. Mit Albert Dupontel und Stephane Debac wurden auch zwei Akteure gewählt, die in ihren Rollen sehr gut besetzt sind und deren Gesichter unverbraucht genug sind und somit authentisch rüberkommen.
Allerdings wird der Zuschauer etwa nach dem ersten Drittel des rasanten Filmes für sich selbst entscheiden müssen, ob es seinen Geschmack trifft, dass die vorerst spannende und düstere Atmosphäre, die den Film bis dahin trug, immer mehr einer actiongeladenen Flucht bzw. Jagd geopfert wird. Wenn diese dann noch zu diversen Übertreibungen neigt, etwas wenn der Held mal so locker aus einem Fenster in 3-4 Meter Tiefe fällt und gleich zu Fuß sämtliche Autos auf dem Freeway aufmischt, danach wieder auf einen Güterzug springt und mit Verletzung wieder weiter läuft, dann geht die Glaubwürdigkeit zugunsten des übertriebenen Kinobilds flöten. Spätestens da ist ein Werturteil fällig. Meines ging stark nach unten, kann es aber gut verstehen, wenn Actionfans dies als Happening begreifen.
Für mich sind es dann zwei Teile, die dann nicht mehr so recht zusammenpassen wollen, aber immerhin kann der Film trotz dieses Bruchs bis zum Ende auch immer mal wieder ein paar spannende Sequenzen bieten.
Es ist die Geschichte des guten Knackis Frank Adrien (Albert Dupontel), der wegen einem Bankraub sitzt. Die Beute von 2 Millionen Euro hat er verseckt, nicht mal seine Frau Anna (Caterine Murino), die mit dem taubstummen Töchterchen Amelie (Jaja Caltagirone) zuhause wartet.
Dank seiner ausserordentlich guten körperlichen Konstitution hat er sich in der Rangordnung im Knast passabel gehalten, er ist einer, den man in Ruhe lässt. Jetzt hat er nur noch wenige Wochen Haftzeit.
Sein Zellenkollege ist der unscheinbare Jean Louis Maurel (Stephane Debac), ein in Untersuchungshaft sitzender ruhiger Mann, der ein Kinderschänder sein soll, jedoch stets seine Unschuld beteuert.
Auch er bekommt Besuch und Unterstützung von seiner Frau Christine (Natacha Regnier), die nach wie vor zu ihm hält. Für die anderen Knackis ist er aber aufgrund seiner vermeintlichen Straftat das optimale Opfer für Strafe, Rache und Perversion.
Als drei Gewaltverbrecher ihn in der Zelle qüälen, guckt Frank zuerst weg, mischt sich dann aber ein und wird zur Zielscheibe mit dem Ergebnis, dass er noch einige Monate mehr aufgebrummt bekommt.
Psycho Lovic, einer der Aggressoren, wird somit vor ihm entlassen und dieser hat angekündigt, Francks schöner Frau mal einen "Höflichkeitbesuch" abstatten zu wollen.
In Franck keimt der Gedanke zur Flucht auf, als aber Maurels Unschuld feststeht und dieser sofort entlassen wird, bittet er diesen seine Frau vor dem gefährlichen Gangster zu warnen.
Irgendwann die nächsten Tage bekommt er Besuch von einem suspendierten Bullen, nach dessen Schilderungen der freigelassene Maurel doch kein Unschuldslamm sein soll.
Die beste Polizistin Claire Linne (Alice Taglioni) ist derweil erfolgreich auf Mafiahatz, ihr Weg wird sich aber bald mit dem von Franck kreuzen...



Freunde des Films dürften argumentieren, dass "on the Run" eine ausgewogen Mischung aus Blockbuster-Kino und klassischem Genrefilm ist. Mag sein, mir liegen aber die extrem übertriebenen Manierismen im Kommerzfilm nicht, zumindest bei mir kommt da die Spannung abhanden.
Dabei ist Albert Dupontel mit seinem markanten Äusseren ein Typ wie Jean Gabin oder Lino Ventura. Schade, dass er so oft wie Lola rennt.
Stephane Debac agiert zwar als typischer Buchhalter und nähert sich gefährlich dem Klischee vom typischen Kinderschänder, aber er trägt seine Szenen. Ganz gruslig wird es, als er einer jungen 15jährigen (Claire Bouanich) begegnet.



Bewertung: 4 von 10 Punkten

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