Sonntag, 9. Dezember 2012
39,90
Regie: Jan Kounen
Der Werbefritze...
Oktave Parango (Jean Dujardin) gilt in seiner Branche als Genie, der Zyniker ist kreativer Star der Werbeagentur "Ross & Witchcraft", für die er arbeitet. Gemeinsam mit seinem genauso durchgeknallten Partner Jeff Marolles (Patrick Miller) bestimmt er von seinem Luxusbüro in Paris aus was die Menschen morgen kaufen.
Er ist einer dieser skrupellosen Typen, die dem Konsumenten täglich neuen Scheiß andrehen, allerdings ist es auch eine Kunst den Rotz von Gestern in neuem, attraktiven Glitzerpapier als was völlig Neues und Wichtiges aussehen zu lassen.
Dabei hasst Oktave seinen Job. Alles im Leben ist käuflich, so sein Motto: Die Liebe, die Kunst, der ganze Planet, Du und Ich.
Er erwacht nach einer durchsoffenen und durchkoksten Nacht in seinem Apartment. Um ihn herum liegen nackte Männer und Frauen. Nach einem kurzen Blick in den Spiegel im Bad, übergibt er in die Badewanne.
Kiffend und koksend quälen sich die beiden zu Fotoshootings und Werbedrehs. Immer darauf bedacht ihren Status als Non Plus Ultra Team der selbstverliebten Branche zu behalten.
Die Kunden sind für sie langweilige Spießer und Markenfetischisten. Seine Arbeitskollegen sind in Octaves Augen arme kleine Würste, die dem Chef in den Hintern kriechen.
Verantwortung im Irrenhaus "Leben" will er nicht übernehmen, das bekommt auch seine Freundin Sophie (Vahina Giocante) zu spüren.
Bald erkennt Oktave aber auch, dass auch er nur ein Opfer des Systems ist und beginnt an seiner Scheinwelt zu zweifeln. Nach einer Überdosis Kokain landet er im Krankenhaus. Er schmiedet in dieer Zeit schon einen perfiden Plan, ein böses Komplott der Rache, das in ganzer Härte seinem verachtenswerten Arbeitgeber treffen soll...
Höhepunkt dieses subtilen Amoklaufs ist eine Szene, wie Octave und Ted im Drogenrausch mit einem Schlitten durch Florida fahren. Diese Szene wurde von Jan Kounen (Doberman) größtenteils als knalliger Zeichentrick konzipiert, der gelegentlich von Realszenen unterbrochen wird.
Das ist ganz klar ein kleiner Geniestreich.
Auch sonst ist der Film von 2007 schön gallig und subversiv und kann sich auf das großartige Spiel von Hauptdarsteller Jean Dujardin verlassen, dem es gelingt seiner zynischen und menschenverachtenden Figur mit einem großem Stück Sympathie auszustatten.
Bei dem Film handelt es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers "Neununddreißigneunzig" von Frédéric Beigbeder, der autobiographische Züge enthält.
Mit seinen 100 Minuten ist der Film durchgehend kurzweilig und man hat Vergnügen bei dieser Achterbahnfahrt in der Werbebranche einen Einblick, sowohl satirisch als auch real, zu bekommen.
Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen