Sonntag, 9. Dezember 2012
Das China Syndrom
Regie: James Bridges
Nahe Harrisburg...
In den USA wird ein Reaktorunfall mit Kernschmelze, die sich ungebremst ins Beton-Fundament und sogar bis ins Grundwasser einschmelzen kann als China-Syndrom bezeichnet.
Die Herkunft des Ausdrucks erklärt sich damit, dass die Volksrepublik China von den USA aus betrachtet nach populärer Meinung ungefähr auf der entgegengesetzten Seite der Erde liegen dürfte - was allerdings gar nicht stimmt. Man glaubt, dass sich der geschmolzene Reaktorkern in Richtung China tief in die Erde hineinschmilzt.
Die USA, Ende der 70er Jahre - Der Unfall von Harrisburg ereignete sich am 28. März 1979, daher war der Film von James Bridges zu seiner Zeit auf der Höhe der Zeit und brandaktuell:
Bei einem Besuch in der Ventana Kernkraftwerk außerhalb von Los Angeles ist das Team der ehrgeizigen Fernseh-Reporterin Kimberly Wells (Jame Fonda). Ihr progressiv denkender, unbequemer Kameramann Richard Adams (Michael Douglas) und der Tontechniker Hector Salas (Daniel Valdez) drehen dort ein Special über die Energieversorgung des Landes. Zufällig werden sie unfreiwillige Zeugen eines Zwischenfalls, der sich ereignet, während die drei sich auf der Besuchergalerie oberhalb des schalldichten Kontrollraums befindet. Es erzittert die gesamte Anlage wie bei einem Erdbeben - die Menschen im Kontrollraum agieren nervös.
Vor allem im Gesichtsausdruck des leitenden Ingenieurs Jack Godell (Jack Lemmon) und des routinierten langjährigen Mitarbeiters Ted Spindler (Wilford Brimley) steht die Angst und Panik ins Gesicht geschrieben.
Doch der Pressesprecher spielt den Vorfall herunter....alles nur Routine, wie er meint.
Immerhin hat Richard verbotenerweiße das Geschehen mitgefilmt und meint einen echten Knüller in der Tasche zu haben. Doch der TV-Boss verweigert die Ausstrahlung, da er gerichtliche und finanzielle Konsequenzen befürchtet. Nachdem der nicht locker lassende Richard das Material Experten zeigt, scheint es tatäschlich so zu sein, dass gerade noch mal eine Atomkatastrophe in letzter Sekunde verhindert wurde...
Der Film entstand 1979 und zeigt seine Hauptdarsteller Jane Fonda und Jack Lemmon in Höchstform, die beiden machten den politisch ambitionierten Film, der sich kritisch mit der wirtschaftlichen Nutzung der Kernenergie auseinandersetzt zum großen Kassenhit.
Im Mittelpunkt des Films steht ein fiktiver Störfall in einem amerikanischen Kernkraftwerk, der seine Ursache sowohl in technischem als auch in menschlichem Versagen hat.
Aus heutiger Sicht hat "China Syndrom" nicht mehr ganz die Schlagkraft, die er zu seiner Kinoauswertung hatte. Das Drehbuch wirkt an manchen Stellen etwas konventionell, trotz des sehr brisanten Stoffes, den er thematisiert.
Es liegt vielleicht an der "nur" routinierten Regiearbeit, dass der Film zwar gut wurde, aber keines der ganz großen Meisterwerke des 70er Jahre Kinos.
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen