Samstag, 8. Dezember 2012

Kalter Schweiß



Regie: Terence Young

Ein Wiedersehen mit ehemaligen Kumpels...

Joe Martin (Charles Bronson) führt zur Zeit ein erfülltes, glückliches Leben an der Seite seiner französischen Frau Fabienne (Liv Ullmann) und seiner 12jährigen Stieftochter Michèle (Yannick Delulle) an der Cote dŽAzur. Er hat ein Boot, dass er an Touristen vermietet und ihnen zeigt wie man ein Boot richtig steuert.
Eines Abends klingelt jemand und fragt nach einem "Joe Moran" und droht Joe umzubringen, es bleibt kaum noch Zeit, dass er seiner Frau ein dunkles Geheimnis seiner Vergangenheit gesteht, da ist auch schon der ölige Gangster Vermont (Michel Contantin) im Haus, um Joe zu überwältigen.
Doch gemeinsam mit seiner Frau gelingt es Joe, den Mann zu töten. Die Leiche wird im Meer entsorgt. Vermont war einer von Joes Zuchthauskumpanen, als er in Deuschland einsaß. Gemeinsam mit den Häftlingen Captain Ross (James Mason), Gelardi (Luigi Pistilli) und Katanga (Jean Topart) gelang die Flucht, doch die Kumpanen erledigten dabei einen deutschen Polizisten. Damit war für Joe die Zusammenarbeit mit den Gangstern erledigt, denn ein Mordkomplize wollte er nie sein.
Nichtsdestotrotz haben die ehemaligen Kumpane noch eine Rechnung mit Joe offen, die jetzt einkassiert werden soll. Ausserdem haben sie ein Auge auf das Boot von Joe geworfen, dies scheint optimal zu sein, für einen großen Deal in Sachen Drogenschmuggel.
Bald sind Joe und Fabienne Geiseln der Gangster, zu denen sich noch Captain RossŽschrille Geliebte Moira (Jill Ireland) gesellt. Notgedrungen muss Joe einwilligen mit den Gangstern zu kooperieren. Doch er versucht auf seine Stunde zu warten..

Terence Young war der James Bond Regisseur der ersten Stunde, auf sein Konto gehen die Werke "James Bond jagt Dr. No", "Liebesgrüße aus Moskau", "Feuerball" - sehr bekannt dürfte auch sein Thriller "Warte bis es dunkel wird" mit Audrey Hepburn sein, vielleicht sein bester Film überhaupt. Mit Kultstar Charles Bronson drehte er neben "Kalter Schweiß" (De la part des copains) auch noch den Eurowestern "Rivalen unter roter Sonne".
Das Drehbuch ist sicherlich nicht die Stärke von "Kalter Schweiß", dafür stimmt aber zu weiten Teilen der Actiongehalt, der sich wohltuend altmodisch präsentiert. Vor allem die Verfolgungsjagd eines abschließende Rennen gegen die Zeit auf den engen Straßen zwischen Nizza, Grasse und Villefranche sur Mer, hinauf mit dem Opel Commodore in die Berge - immer verfolgt von den Motorrädern der Polizei - ist sehr schön anzusehen, hier kommt mal wieder begeisterndes "Bullit" oder "French Connection" Feeling auf.
Thematisch verwandt ist "Kalter Schweiß" vielleicht mit dem Cronenberg Film "A history of violence", auch dort wird ein ehemaliger Krimineller mit seiner äusserst gewalttätigen Vergangenheit konfrontiert, darf aber immerhin auf die Unterstützung seiner Gattin rechnen, die sich tapfer schlägt und einen wegen einem Bauchschuß langsam dahinsiechenden James Mason wach halten muss, damit der noch schlimmere Gangster Jean Topart nicht gänzlich alleine walten kann, denn es deutet sich mehr und mehr an, dass er auch ein Kinderschänder ist.
In der Bronson Filmografie gehört der Film eher nicht zu seinen stärksten Werken. Da ich aber erklärter Fan des Schauspielers mit dem zerfurchten Gesicht bin, wird natürlich bewertungstechnisch etwas aufgerundet

Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen