Freitag, 7. Dezember 2012

Savage


























Regie: Brendan Muldowney

Angst, Kontrolle, Zorn und Rache...

Paul Graynor (Darren Healy) ist ein recht erfolgreicher Fotograf, der sich als Einziger um seinen kranken Vater kümmert, der schon lange im Krankenhaus liegt.
Die Krankenschwester Jane (Nora Jane Noone) gefällt ihm, auch sie scheint nicht uninteressiert an ihm zu sein.
Paul agiert an seinem Arbeitsplatz wie ein gieriger Paparazi und bekommt viel Geld für Fotos, die auch eine gewisse Brutalität zeigen.
Emotionslos fotografiert er zwei sich schlagende Männer, Angst und Hass in den Gesichtern erkennbar.
Dass er bald selbst Opfer einer Gewalthandlung wird, weiss er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Doch die Straßen Dublins bei Nacht sind gefährlich. Dort wo Paul wohnt, hängt eine proletende Jungendgang herum, die Mitglieder wahrscheinlich noch nicht mal strafmündig.

Er eckt bei den Kids mit seinen langen Haaren und seinem feinen Anzug mächtig an.
Doch die Gefahr lauert dann an einem anderen Ort, auf dem Nachhauseweg. Dort wird er von zwei Jungs nach der Uhrzeit gefragt und schon hat er auch ein Messer am Hals. Er wird ausgeraubt, gedemütigt, erniedrigt, fast zu Tote geschlagen und noch viel mehr an bleibenden Wunden zugefügt.
Als Paul 4 Tage später aus dem Koma erwacht, ist er ein Anderer. Angst macht sich breit.
Er wird laufend mit ihr konfrontiert. Paul versucht die Kontrolle wieder zu erlangen, er bemüht sich körperlich aufzurüsten mit Bodybuilding, Selbstverteidigung und sucht den Psychologen auf.
Doch der Zorn bleibt und Paul beginnt sich nicht nur optisch zu verändern. Mit geschorenen Haaren sinnt er auf Rache...



Der irische Film "Savage" von Regisseur Brendan Muldowney ist harte Kost. Es ist die Geschichte eines Opfers, dass am Ende zum Täter wird.
Und er zeigt schonungslos den fatalen Weg dorthin.
Filmisch standen "Taxi Driver" und "Straw Dogs" Pate, aber Muldowney liess sich auch von Gaspard Noes "Menschenfeind" inspirieren.
Dabei ist ihm eine sehr unangenehme Studie über die Veränderung eines Menschen durch ein Trauma gelungen.
Paul ist anfangs eine eher unsympathische Figur. Erst nach dem Vorfall setzt man sich als Zuschauer in seine Situation hinein. Schockiert und verwirrt folgt man der Hauptfigur. Was er dann letztendlich als Befreiungsschlag empfindet, ist für den Betrachter die Hölle.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen