Freitag, 7. Dezember 2012

Simons Geheimnis






















Regie: Atom Egoyan

Ein Schulaufsatz und seine Folgen...

Toronto: Der junge Schüler Simon (Devon Bostick) schildert im Französischunterricht den erschütterten Mitschülern und der sehr interessierten Lehrerin Sabine (Arsinée Khanjian) in einem Aufsatz wie sein Vater Sami (Noam Jenkins), ein Terrorist, einst einen Bombenanschlag auf ein israelisches Passagierflugzeug plante.  Er benutzte dabei Simons ahnungslose, hochschwangere Mutter Rachel (Rachel Blanchard), die unwissend Sprengstoff im Reisegepäck mitführte. Doch das Verbrechen wurde durch eine aufmerksame Sicherheitskontrolle vereitelt. So überlebte die talentierte Geigerin und konnte Simon zur Welt bringen.
Forciert durch seine Lehrerin gewinnt diese Enthüllung schon bald eine unkontrollierbare Eigendynamik, er wird in diversen Internet-Chats zum Medienereignis. Der Junge, der bei seinem Onkel Tom (Scott Speedman)nach dem Tod der Mutter aufwächst, wird dadurch mit Themen wie Intoleranz, Vorurteilen gegenüber fremden Religionen und Fragen nach Schuld und Vergebung konfrontiert. Ebenso ist eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit seiner Familie und der daraus resultierenden Suche nach seiner eigenen Identität unausweichlich. Der Zuschauer folgt irritiert, denn die vermeintlichen Wahrheiten könnten auch Lebenslügen darstellen.
Nicht zuletzt ist auch Simons verstorbener Großvater, ein despotischer Ausländerhasser, eine Schlüsselfigur in dem Spiel um die Brüchigkeit menschlicher Erinnerungen...


Atom Egoyan ist ein kanadisch-armenischer Filmemacher, der bei den Kritikern seinen Durchbruch mit Filmen wie "Der Schätzer" oder "Exotica" hatte.
Sein größter Erfolg war "Das süße Jenseits", ein Film, der sogar der Sprung zu den Oscar-Nominierungen gelang.
Nach "Felicia, mein Engel" wurde es etwas stiller um den Regisseur, der sich sehr oft den Themen "Identität", "Verlust" oder "Beziehung zum Gegenüber" annimmt.
Das Miteinander der Figuren ist geprägt von Vorurteilen gegenüber fremden Religionen. Atom Egoyan beschreibt, wie unterschiedlich Menschen mit solchen Vorurteilen umgehen und versucht eine brauchbare Lösung anzubieten, eine Lösung mit mehr Toleranz und Zusammengehörigkeitsgefühl.  Obwohl seine Geschichte an manchen Stellen etwas konstruiert wirkt - die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte ist durchweg interessant und auch schauspielerisch anspruchsvoll.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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