Donnerstag, 6. Dezember 2012

10.000 BC

























Regie: Roland Emmerich

Kindergartenversion von Apocalypto

Stimmt schon, 10.000 BC ist ein Emmerich Streifen und man sollte dann auch keine düstere und archaische Saga aus den Anfängen der Menschheit erwarten, wie beispielsweise von Annaud in den 80s mit "Am Anfang war das Feuer" realisiert. Emmerich macht oberflächliches Popcornkino mit viel Schauwerten und manche seiner Arbeiten können sogar als Referenz auf den Stummfilm gedeutet werden, denn sie brauchen den Dialog nicht mehr, sondern leben durch eine Art monumentales Kinobild und lernen laufen durch die Spezial Effekte, die das Ganze Szenario zusammenhält.
Mit einem Einspielergebnis von über 250 Millionen weltweit lässt sich ja auch gut leben, auch wenn die Erwartungen der Macher dann doch sicherlich im gesamten etwas enttäuscht wurden. In Deutschland scheitert der Film an der 1 Million Zuschauergrenze und bleibt mit etwas über 800.000 Kinogängern wahrscheinlich aufgrund der chronisch schleichenden und verheerenden Mundpropaganda zwar respektabel, aber weit entfernt davon DER Megablockbuster zu sein.
Emmerich hat höchstwahrscheinlich Gibsons "Apocalypto" gesehen und war dann sicherlich von der Magie und elementaren Wucht fasziniert (wie ich auch) und es hat sich die Idee herausgebildet, eine kommerziell verwertbarere FSK 12 Fassung davon zu machen.




Und so ist die Ausgangslage des Films irgendeine (recht bescheuerte) Legende, die nie erzählt wurde oder so ähnlich. Denn als Zuschauer muss ich natürlich gleich während der ersten Minuten meine Erwartungen drosseln und den Film nicht als Vorzeitsaga begreifen, sondern eher als Fantasy.
Dann sind die schönen Menschen im Film, die natürlich Colgate benutzen und innert von kürzester Zeit die unterschiedlichsten Klimazonen durchwandern nicht ganz so bedenklich.
Immerhin ist sowas zumindest genauso plausibel wie Harryhausens 60s Specialeffects-Orgie "In einem Land vor unserer Zeit" wo Saurier, Mensch und Raquel Welch mehr oder weniger friedlich zusammen leben.
Emmerichs Säbelzahntiger und die riesengrossen Terrorvögel sind da schon etwas plausibler und ihr Auftauchen als eine Art Filmpremiere beschert dem Film dann doch diese eine halbe Stunde stimmiges Popcornkino.
Das ist auch der eher kurze Part, wo der Film 4 Sterne für gute Kinounterhaltung bekommen würde.
Gesamthaft funktioniert der Film allerdings leider nicht.
Der stimmige, rote Faden, der den Film von Anfang bis Ende zusammenhalten soll ist zu keiner Zeit gegeben. Ein echtes Dilemma...für diese Ambition alles mit einer "Legende" zu erklären, ist der Film zu oberflächlich, zu schrill, teilweise sogar trashig und er nimmt sich zu ernst. Die Weissagung ist zu abstrus um wirklich Mystik aufkommen zu lassen. Dies blieb Emmerich auch nicht verborgen und so schlägt er automatisch immer wieder einen anderen Weg ein und zeigt uns Film-Receycling im Movie Themenpark: Hier ein bisschen Jurassic Park, da eine Brise Braveheart, alles trifft sich dann am Ende am Set von Stargate und dramaturgisch empfehlenswert für einen Steinzeitfilm kommen noch arbeitende Mammuts am Pyramidenbau dazu.
Gesteuert wird das Ganze von einer höher entwickelten Zivilisation, die Anfänge Ägyptens oder gar Ausserirdische.
Inzwischen ist aber der Rest an Dramaturgie auch erloschen, es regiert nur noch das Kinobild der Massenszenen. Einzeln gesehen beeindruckt, jedoch ohne Zusammenhänge bzw. mit kruder Pseudo-Erlösergeschichte uninspiriert dargeboten.



Bewertung: 3 von 10 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen