Freitag, 7. Dezember 2012

Adams Äpfel






















Regie: Anders Thomas Jensen

Hallelujah..Iwan hat mir ein Zeichen gegeben...

Anders Thomas Jensen, der Regisseur von "Adams Äpfel" gilt als einer der einflussreichsten Köpfe für den derzeitig hohen Stellenwert des dänischen Films. Er schrieb die Drehbücher für recht unterschiedliche Filme wie "Mifune", "In China essen sie Hunde" oder "Wilbur wants to kill himself" und beschert den Filmfans immer wieder Regiearbeiten mit schräger, unverwechselbarer Note wie "Flickering Lights" oder "Dänische Delikatessen". Adams Äpfel ist bislang seine international erfolgreichste Arbeit, er erhielt mehrere Filmpreise - nicht zuletzt war der schräge, wie liebenswerte Streifen auch für den Felix nominiert.
Um "Adams Äpfel" richtig geniessen zu können, muss man ein Faible für Märchen haben und auch die magischen Kinderaugen noch nicht ganz verloren haben. Man sollte auch Sinn für knochentrockene Komik, für schräge Typen, für eine grelle Überzeichnung, für symbolhafte Zweideutigkeiten und für humorvolle Grausamkeiten bzw. grausamen Humor aufbringen.
Wer dies alles mit "Ja" beantwortet, der wird von Adams Äpfel begeistert sein. Es ist die Geschichte von Gut und Böse, der Kampf Gottes mit dem Teufel.
Stellvertretend in den Boxring zwischen Gut und Böse steigen Pfarrer Ivan (Mads Mikkelsen in einer genialen Rolle), der wohl unerschütterlichste und gläubigste Priester der Welt und der böse Rechtsradikale Kriminelle Adam (Ulrich Thomsen).
Ort der Handlung: Irgendwo in der Provinz Dänemarks. Ein Dorf, dass sich aus der Dorfkirche und dem örtlichen Krankenhaus zusammensetzt.
Adam reist aufrund eines Resozialisierungsprogrammes mit dem Bus in diese Einöde, der Pfarrer soll ihm behilflich sein, wieder ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu werden. Aber der durchgeknallte Ivan will mehr: Er ist unerschütterlich in seinem Glauben aus Adam ein Gotteskind zu machen. Schliesslich hat er bei genauso schwierigen Menschen wie dem schiesswütigen arabischen Terroristen und Gangster Khalid (Ali Kazim), dem Dieb und Alkoholiker Gunnar (Nicolas Bro)schon einige Anfangserfolge zu verbuchen...


Adam jedenfalls wählt die therapeutische Aufgabe selbst, er will bis zum Ende seines Programms einen Apfelkuchen backen...ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wenn der Teufel selbst den Friede-Freude-Apfelkuchen Termin sabotieren will....
"Adams Äpfel" ist in allen Punkten sehr gelungen, sowohl Bilder als auch die Szenen bleiben hängen. Eine Eigenschaft, die gute Filme auszeichnet. Anders Thomas Jensen scheint sowohl Fan von Tarantino als auch von Frank Capra zu sein. Schon sein Drehbuch zu "In China essen sie Hunde" weist diese beiden Stilrichtungen auf, auf der einen Seite eine trockene Brutalität, auf der anderen Seite eine magische und märchenhafte Note. Der Unterschied zwischen den beiden Filmen ist, dass in "Adams Äpfel" das Märchen die Oberhand hat und die zynisch-sarkastischen Elemente eher in den Dialogen vorkommen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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