Samstag, 8. Dezember 2012

Dead or Alive



Regie: Takashi Miike

Gewaltexzesse in Shinjuku...

Der junge Gangster Ryuichi (Ricky Takeuchi) lebt als Sohn chinesischer Einwanderer in der Riesenmetropole Tokio und hat sich vorgenommen in der Unterwelt des Stadtteils Shibuyas ganz weit nach oben zu kommen.
Das Mittel der Wahl für ihn und seine ebenso wahnsinnigen, wie zu allem entschlossenen Kumpane lautet daher "Vernichtung" der bereits etablierten Konkurrenz der japanischen Yakuza oder der chinesischen Triaden.
Die Gang provoziert daher einen blutdurchtränkten Bandenkrieg zwischen den Feinden.
Ryuichis jüngerer Bruder Toji (Michisuke Kashiwaya), der ohne es zu wissen mit dem Blutgeld des Bruders in den USA studierte und nun zurück kommt, ist schockiert von der Skrupellosigkeit und den kriminellen Machenschaften des Bruders, es entsteht ein brüderlicher Konflikt.
Auf der Seite des Gesetzes wird der frustrierte Cop Jojima (Sho Aikawa) eingesetzt den Bandenkrieg zu beenden bzw. einzudämmen.
Bereits in der Unterredung mit seinem Vorgesetzten wird aber klar, dass die Polizei, vermutlich durch eine florierende Korruption, vor allem an den Beibehaltung alter Strukturen interessiert ist. Also an einem System des gegenseitigen Kooperierens.
Jojima ist privat sehr stark belastet. Die Ehe mit seiner Frau (Kaora Sugita) befindet sich in der Krise, die beiden haben sich entfremdet. Und die gemeinsame Tochter ist sehr krank und braucht dringend eine teure Herz-Operation, die zusammen mit der anschliessenden Behandlung 20 Millionen Yen kosten soll.
Eine Summe, die der Vater kaum mit seinem Gehalt aufbringen kann.
Gemeinsam mit seinem jüngeren Partner Inoue (Susumu Terajima), der einen kleinen Sohn hat, nimmt er die Ermittlungen auf.
Ryūichi plant inzwischen einen großen Coup mit der chinesischen Mafia aus Taiwan. Die Lage spitzt sich immer weiter zu...

Überdrehte Action, die gemischt wird mit einer ordentlichen Portion an Gewalt sowie einigen sehr unappetitlichen Tabubrüchen machen "Dead or Alive" von Takashi Miike zu einem denkwürdigen Bandenthriller.
Der Film entstand 1999 und es folgten 2 Fortsetzungen.
Interessant die Machart des zunächst eher konventionell angelegten Gangsterfilm, denn es erscheinen beliebte Motive bei der Wahl der Gegner: Einerseits der in einen Konflikt geratene Cop und andererseits ein kühl kalkulierender intelligenter Gangster-Psychopath, der aufs Ganze geht.
Es folgt die Aufdeckung gewisser Parallelen der beiden zunächst so unterschiedlich wirkenden Männer, denn beide sind Entfremdete des Umfelds und Einzelkämpfer.
Irgendwann wird auch der Cop vor der Herausforderung stehen so kaltblütig handeln zu müssen wie sein Gegner.
Dies wird im eher leisen und langsamen Teil des Films sichtbar. Zunächst wohnt der Zuschauer einem furiosen Anfang bei, dann lässt sich Miike sehr viel Zeit, seine Figuren vorzustellen, der Erzählrhythmus ist fast stellenweise fast meditativ, es macht aber dem interessanten japanischen Vielfilmer offensichtlich viel Spass diese Stimmung jäh zu unterbrechen, indem er hin und wieder ein völlig perverses Bild beisteuert.
Kameramann Hideo Yamamoto sorgt dafür, dass diese Kontraste hängen bleiben und der Zuschauer diese Bilder nicht so schnell vergisst.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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