Samstag, 8. Dezember 2012

Igby



Regie: Burr Steers

Fänger im Roggen...

Slacker (als deutsche Übersetzung wähle ich mal Schlaffi) ist eine Bezeichnung für einen Menschen, dessen Lebensphilosophie durch eine bewusst niedrige Leistungs- und Anpassungsbereitschaft in Schule oder Beruf gekennzeichnet ist.
Der Slacker sieht seine Lebensweise als eine Art Selbstverwirklichung an, indem er jegliche Anstrengung vermeidet oder wichtige Sachen einfach mal eine gewisse Zeit aufschiebt.
Der beruflichen Karriere, sozialem Aufstieg, Statussymbolen oder dem äusseren Erscheinungsbild wird wenig Wichtigkeit beigemessen.
Und solch ein Slacker ist der junge, noch nicht mal 18jährige Igby Slocumb  (Kieran Culkin).
Beherrscht und dominiert wird er von seiner tablettensüchtigen und liebesunfähigen Mom Mimi (Susan Sarrandon).
Der Vater (Bill Pullmann) ist seit 6 Jahren in einer psychiatrischen Anstalt wegen einer unheilbaren Schizophrenie.
Sein älterer Bruder Oliver (Ryan Philippe) ist von einem ganz anderen Schlag. Erfolgreicher Collegeabsolvent, Jungrepublikaner und für seinen Bruder Igby eine weitere unmögliche Person.
Igby kann sich aufgrund der Kohle seiner Mom das Slackertum leisten, aber als er schon wieder von einer rennomierten Schule fliegt, wird es ernst für den jungen Anarchisten.
Er wird in eine Militärschule gezwungen, aber auch da fliegt er raus. Sein Patenonkel D.H. Barnes (Jeff Goldblum) nimmt ihn unter seine Fittiche, er soll bei ihm einen Sommerjob tätigen und noch im selben Jahr einen weiteren Collegeversuch starten.
Auf einer Party seines Onkels lernt er dessen heimliche Geliebte Rachel (Amanda Peet) sowie die Kellnerin Sookie Sapperstein (Claire Danes) kennen. Er verliebt sich in Sookie und taucht um seiner penetranten Familie zu entgehen unter und zwar in das von D. H. bezahlte Atelier von Rachel. Inzwischen wird die gehasste Mom schwer krank....

Regisseur Bud Seers schrieb im Jahr 2002 schrieb er das Drehbuch für den Independentfilm "Igby " und führte dann auch gleich selbst Regie.
Der Film ist ein amüsanter und teilweise auch tragischer Selbstfindungstrip eines jungen Rebellen, der immer noch von Beruf Sohn ist.
Für die Filmmusik zeichnet Uwe Fahrenkrog-Petersen verantwortlich. Ausserdem bereichern Song der Beta Band, The Dandy Warhols, Badly Drawn Boy, Travis, Pete Yorn und Coldplay den Soundtrack.
Der amerikanische Alptraum, wahrgenommen von einem Aussteiger, der allerdings mittendrin steckt, erhält ein bisschen Hoffnung, wenn das Flugzeug den Helden in den Sonnenstaat Californien bringt.
Gelungene Dialoge und gute glaubwürdige Darsteller machen den unterhaltsamen Filmen zu einem echten Vergnügen. Susan Sarrandon darf herrlich überzeichnet eine fiese Mom spielen, die noch am Ende einen miesen Joker ausspielt
Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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