Mittwoch, 5. Dezember 2012

Pale Rider



Regie: Clint Eastwood

Der Prediger...

"Pale Rider" entstand vor dem oscarprämierten "Erbarmungslos", sorgte aber damals mit dem fast zeitgleich erschienenen "Silverado" für eine gewisse Neubelebung des Westerns, der seit Jahrzehnten immer wieder totgesagt wird...und trotzdem immer wieder alle paar Jahre durch einige exzellente Werke doch für kurze Momente zumindest auflebt. Zur Zeit mit sogar 4 aussergewöhnlich guten Filmen wie dem Yuma-Remake, dem Jesse James Film oder den beiden unterschätzten Filmen "Seraphim Falls" und "Three Burials".
Nun gut, in einer Zeit des Actionfilms, wo es alle paar Sekunden krachen und knallen muss, wirkt so ein später Spätwestern in seiner ruhigen Erzählweise halt manchmal wie ein Relikt aus der Vergangenheit und hat es an der Kinokasse auch dementsprechend schwer.
Dabei sind Filme wie "Pale Rider" doch geradezu wie geschaffen für die grosse Leinwand. Diese grandiosen Landschaftsaufnahmen eines neuen, noch ungezähmten grossen Landes, das in dieser kargen, noch gesetzlosen Zeit durch viele Neubürger besiedelt wird, urbar gemacht wird und wo sich der Übergang zwischen Wildnis und dem Entstehen einer Nation gerade erst andeutet.
So grandios, wie die Bilder sind, so minimalistisch und genial ist die Handlung des Films. Der Kampf einer Gruppe von armen Goldschürfern gegen die Übermacht des bereits etablierten Minenbesitzers.


Ein aussichtsloser Kampf bis Eastwood in der Gestalt dieses Pale Riders auftaucht. Eine völlig ambivalente Figur, die sowohl Prediger als auch Revolverheld ist.
Dieser Racheengel, eine Mischung aus "Shane" und "Mundharmonika", der sich dann im Showdown einer Übermacht aus 7 bezahlten Killern in bester High Noon Manier stellt, die der Minenbesitzer angeheuert hat, reitet am Ende seiner Mission wortlos aus der entstehenden Zivilisation zurück in die Natur.
Für mich ist "Pale Rider" einer der 10 besten Western überhaupt, er bringt das grosse Thema des Western exakt auf den Punkt...



Bewertung: 10 von 10 Punkten.

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