
Regie: Joseph Graham
Alex im Wunderland...
Endlose Korridore und immer mal wieder das Fehlen von klar gekennzeichneten Ausgängen: Dieses kalt wirkende Mietshaus in San Francisco scheint es in sich zu haben.
Nicht weil es im Schwulenviertel liegt, sondern weil der junge Stricher Alex (Ben Bonenfant) nach einer Nummer mit "John" (Arthem Mishim) echt Mühe wieder hat, den Ausgang zu finden.
Eben hat doch noch dieses "Exit" Zeichen genau in diese Richtung gezeigt, doch der Weg entpuppt sich als Sackgasse.
Gut, dass Leon (Carlo D´Amore), ein weiterer Mieter des Hauses ihn als "Eddie" anspricht, ihn also kennt und in seine Wohnung einlädt, denn dort würde eine kleine Party laufen.
Der junge Mann zögert ein bisschen, doch dann lässt er sich überreden. Mit einem frechen Grinsen stellt er sich Leons weiteren Gästen vor, die den Besucher sichtlich attraktiv finden, denn sie glotzen ihn alle an.
Mit Jacob (Raphael Barker) kommt dann auch zu einer schnellen Nummer im Nebenzimmer. Dann heisst es weiterziehen - aber das Labyrinth oder Irrgarten lässt ihn weiterhin im Haus herumirren.
Natürlich kommt es wieder zu einer schnellen Begegnung, die etwas unsanft endet, wäre da nicht der alternde Sam (Paul Gerrior), der dem Jungen ausser Gastfreundschaft ein bisschen Wärme, Weisheit und natürlich Sex bieten kann.
Von diesem bekommt er den Tipp, dass ein Irrgarten eine Falle ist und daher ein Unterschied zum Labyrinth, wo sich irgendwo ein Ausgang befindet.
Möglich, dass dieser Schlüssel, um die Odyssee zu beenden und "heimzukehren" bei Gary (Nick Frangione) liegt, einem der Besucher auf Leons kleiner Drogenparty. Denn Gary hat ein Auge auf den Mann, der seine Namen ändert, geworfen und hat auch einen Wunsch an den Angebeteten, natürlich gibts dafür gute Dollars..
"Strapped" von Joseph Graham ist ein etwas besonderes Gaydrama, das sich mit der Selbstfindung beschäftigt, nachdem der ständige Wechsel der Identität aufgrund der Wünsche des Kunden, den jungen Typen in Punkto Selbstwahrnehmung schwächten.
Was immer auch von ihm verlangt wird, er kann sich in beinahe jeden Charakter hineinversetzen und passt sich den Wünschen des Kunden an. Er schlüpft in so viele verschiedene Rollen, dass er sich dabei selbst irgendwo verloren hat. Im Laufe der Nacht gelingt ihm die Selbstreflektion, dass er ein echtes Identitätsproblem hat. Die Suche nach dem Ausgang aus diesem Haus wird für ihn immer mehr auch die Suche nach sich selbst und darüberhinaus das Verlassen der Distanz, somit ein Aufbruch in die Nähe eines Anderen.
Ein gutes Gaymovie, das etwas mehr zu bieten hat, als die üblichen 08/15 Storys. Gute Charaktere, gute Dialoge und vor allem ein Wow-Effekt mit dem hübschen und äusserst attraktiven Ben Bonenfant, dem man gerne bei der Selbstfindung begleitet.
Ein bisschen klischeehaft sind die verschiedenen Typen gezeichnet, aber natürlich liegt in jedem Klischee eine Menge Wahrheit.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.





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