Samstag, 8. Dezember 2012

Unstoppable - Außer Kontrolle



Regie: Tony Scott

Helden der West Virginia Railroad...

Frank Barnes (Denzel Washington),  Ingenieur und Angestellter der West Virginia Railroad ist ein echter Veteran. Er arbeitet bereits 28 Jahre für die Firma, allerdings fürchten viele diese alten Hasen um ihren Job, denn die Politik der Firma ist es vor allem jüngere Mitarbeiter einzustellen, denen man auch weniger Lohn bezahlen muss.
So hat es der neue Zugführer Will Colson (Chris Pine) auch nicht einfach, als er sich unter die Fittiche von Barnes stellen muss.
Und tatsächlich passieren dem Youngster auch einige Fehler, die Barnes sofort erkennt und kritisiert.
Beide Männer haben aber eine Gemeinsamkeit. Ihr Privatleben ist problematisch. Barnes hat bereits die die Kündigung in der Tasche, er soll bei der Hälfte der Bezüge bereits in Rente gehen.
Ausserdem haben sich seine beiden Töchter Maya (Megan Tandy) und Nicole (Elizabeth Mathis)  von ihm etwas entfremdet.
Den jungen Will trifft es allerdings noch härter, er darf sich laut einer richterlichen Verfügung nicht mehr zu Hause bei Ehefrau Darcy (Jessy Schram) blicken lassen. Grund seine starke Eifersucht, die sogar soweit ging, dass er seine Frau extrem einschüchterte und den vermeintlichen Nebenbuhler, einen Polizisten, bedroht hatte.
Die beiden Männer kommen sich trotz einer gewissen Voreingenommenheit auf der Fahrt durch das Gespräch etwas näher.
Allerdings wissen sie noch nicht, dass das größte Abenteuer ihres Lebens bald ablaufen wird.
Auf den Rangierbahnhof von Fuller Yard in Pennsylvania setzt sich ein Güterzug durch das Mißgeschick des Mitarbeiters Dewey (Ethan Suplee) in Gang und fährt zunächst noch recht langsam aber führerlos auf den Schienen.
Die Fahrdienstleiterin Connie Hooper (Rosario Dawson), die im Kontrollzentrum der Eisenbahn eine Katastrophe abwenden muss, erfährt zu allem Übel, dass in diesen besagten Zug giftige Chemikalien geladen sind.
Ihr versierter Aussendienstkollege Ned Oldham (Lew Temple) versucht auch sämtliche Tricks, um den Zug zum Stehen zu bringen.
Doch alle Bemühungen versagen. Der Zug wird schneller und ist in Richtung der Kleinstadt Arklow (12.500 Einwohner) unterwegs, die kurz vor der Großstadt Stanton mit 752.000 Bewohnern liegt. Sollte der Zug dort entgleisen, was aufgrund einer kurvenreichen Eisenbahnbrücke eigentlich unmöglich ist. Dort befindet sich auch noch ein Treibstofflager, das Leben der ganzen Stadtbevölkerung ist in Gefahr.
Natürlich entschliessen sich Frank und Will dazu, das triste Dasein ganz normaler Amerikaner aufzugeben und zu Helden zu werden.
Sie fahren mit 70 Meilen pro Stunde rückwärts in Richtung Katastrophenzug, die beiden Wahnsinnigen möchten von hinten an den Zug ankoppeln und ihn so abbremsen...

Tony Scott drehte "Unstoppable" im Jahr 2010 und der Film punktet vor allem durch seine gute Actionanteile und durch die bedrohlichen Bilder von Ben Seresin, der es versteht ein bisschen Atmosphäre aufzubauen.
Das Drehbuch ist natürlich eine Aneinanderreihung beliebter Klischees, mit den üblichen Schicksalen und den üblichen Personen: Die intelligente Frau im Krisenstab, ihr ignoranter Boss und natürlich die gebeutelten Helden, die sich durch die Aktion auf Leben und Tod natürlich die Gunst ihrer Lieben zurückerobern, denn das ganze Spektakel läuft natürlich "live" vor der Glotze.
Es gibt Filme von Tony Scott, die ich überhaupt nicht mochte wie zum Beispiel "Man on Fire" oder "Tage des Donners".
Seine beste Arbeit ist für mich weiterhin sein Erstling "Begierde".
Kultstatus haben auf jeden Fall "Top Gun" und "True Romance".
In seinen letzten Filmen hat er immer mit Denzel Washington zusammengearbeitet, ein Garant für eine solide Schauspielerleistung.
Allerdings war keiner dieser Filme (neben "Man on Fire" auch "Deja vu" und "U-Bahn Pellham 123" ein echter Knüller.
Was Tony Scott abliefert ist unterhaltsame Actionware, die sehr routiniert inszeniert ist.
Auch "Unstoppable" reiht sich hier ein und ist sicherlich nicht die schwächste Zusammenarbeit der Beiden.
Er gefällt immerhin mit einem Katastrophenfilm-Flair, erinnert daher an die Klassiker des Genres aus den 70ern.
Und mit Rosario Dawson oder Lew Temple kommen noch ein paar gute Typen ins Spiel, die beweisen, dass bei der Eisenbahngesellschaft nicht nur Deppen und Wahnsinnige arbeiten...grins

Bewertung: 5,5 von 10 Punkten.

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