Donnerstag, 6. Dezember 2012

Von Löwen und Lämmern

 

Regie: Robert Redford

Geschwätzig und blutleer...

Robert Redford wählt für seine Geschichte "von Löwen und Lämmern" den Weg der drei Episoden, mit verwandten Handlungssträngen. Jeweils als Zwei-Personen Stück konzipiert, mit dem grossen Themenkreis "Politik der USA" und in jeder Episode wird eine interessante Facette zum Hauptthema beisteuert: So beleuchtet der Film allgemeine, nicht nur für Amerikaner relevante Fragen wie "Politikverdrossenheit", "Schlagzeilengeilheit", "unehrliche Politiker", "Patriotismus", nicht zuletzt der Appell an eine Verantwortung für sich und für sein Umfeld. Ein Plädoyer für mehr Engagement und weg von der Gleichgültigkeit.
Redfords Film ist politisch korrekt, er stellt die richtigen Fragen, hat Lösungsvorschläge parat und beweist sogar ein sensibles Gespür für die Probleme unserer Zeit. Er ist einer dieser US-Gegenwartsbewältigungsfilme. Vielleicht in der Machart sogar der seriöseste, aber auch leider der abstrakteste und der geschwätzigste Vertreter dieser hochaktuellen, ambitionierten Politfilme zur Lage der Nation.
Das Feuer fehlt...und dies betrifft nicht nur die vielleicht sogar treffende Zustandsbeschreibung oder Redfords Message zur heutigen Zeit. Auch der Film vermag keine Emotion zu wecken und ist irgendwie genauso leer wie die leere Batterie beim heutigen Menschen, die Redford bemerkt.
Dies wird aus dem Dialog zwischen Journalistin/Politiker und auch Professor/Schüler sichtbar.
Die dritte Episode mit den beiden Soldaten versucht sich am emotionalen Part in Redfords Werk, sozusagen eine Art Praxisbericht für die beiden anderen intellektuellen Dialoge mit viel Theorie, doch sie funktioniert auch nicht besonders, weil sie sehr, sehr schwach inszeniert wurde und eigentlich das bisschen Spannung, dass man wahrnimmt, ausschliesslich aufgrund der Schnittfolge möglich wird, weil diese drei Episoden ständig wechseln.
Meines Erachtens ist bei Redford irgendwie die Luft draussen, der Film ist qualitativ um einiges schwächer wie seine besten Arbeiten "Ordinary People" oder "Quiz Show".

Bewertung: 3 von 10 Punkten.

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