Samstag, 8. Dezember 2012

Das Schmuckstück


























Regie: Francois Ozon

Die Regenschirme der Deneuve...

1964 hatte die noch junge Catherine Deneuve in Kombination mit Regenschirmen ihren Durchbruch zum Star. "Die Regenschirme von Cherbourg" von Jacques Deray machte es möglich.
Inzwischen sind 46 Jahre vergangen, der große Kinostar ist inzwischen 68 Jahre alt und macht erneut in Sachen Schirm:
In der kleinen Stadt Sainte-Gudule ist im Jahr 1977 noch die Welt in Ordnung, in den Musicboxen erklingen luftige Chansons wie "Emmène-moi danser ce soir" von Michele Torr, "1-2-3" von Chaterine Ferry, "Parlez vous francais" von Baccara oder "Viens faire un tour sous la pluie" von  Il Etait une Fois, was das kuschelige Wohlbefinden noch zusätzlich steigert. Zumindest gilt dies für die Hausfrau und Mutter Suzanne Pujol (Catherine Deneuve), die mit dem Tyrannen Robert (Fabrice Luchini) verheiratet ist und zwei Kinder hat.
Töchterchen Joelle (Judith Godreche) schlägt nach dem Papa, hat aber derzeit große Ehesorgen.
Sohnemann Laurent (Jeremie Renier) ist verliebt in eine Bäckerstochter, was deshalb schwierig ist, weil das Mädchen vielleicht ein Kind von Robert sein könnte, der seine Seitensprünge ständig ausgelebt hat.
Lediglich ein Geheimnis hat seine Gattin, die sich inzwischen wie ein "Schmuckstück" ohne richtiges Leben vorkommt.
Hat das was mit dem linksorientierten Bürgermeister Maurice Babin (Gerard Depardieu) zu tun ?
Suzanne akzeptiert still, dass der Mann sie derzeit mit seiner Sekretärin Nadege (Karin Viard) betrügt.
Doch die 70er Jahre sind auch progressiv und so wird bald in der Firma gestreikt. Despot Robert bleibt hart und erleidet während der schweren Zeit eine Herzattacke.
Nun schlägt die Stunde für seine Frau, die vortan die Geschicke der Regenschirmfirma leiten muss...



Francois Ozons neuester Film "Das Schmuckstück" ist eine nette Filmkomödie zum Schmunzeln, die beste Szene hat Chaterine Deneuve, wenn sie mit dem Pelz bekleidet, vor die Gewerkschaftsmitglieder tritt. Dazu kommt noch eine Saturday Night Fever Einlage mit dem Duo Deneuve und Depardieu.
Dabei inszenierte Ozon wie bereits zuvor "8 Frauen" oder "Tropfen auf heisse steine" mit einem gewissen Theater-Flair.
Dies unterstreicht in der leichtfüßigen Wohlfühl-Comedy nach wie vor seine eigene Handschrift, selbst bei einem Kommerzfilm wie "Das Schmuckstück", das in Frankreich gute Einspielergebnisse hatte.
Als literarische Vorlage diente das Bühnenstück "Potiche" von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy.
Gelegentlich ist die Boulevardkomödie über das Großbürgertum etwas behäbig, aber der Film bleibt durchgehend sympathisch und streut sogar durch seine harmonische Nostalgiestimmung ein paar Endorphine in Richtung Zuschauer.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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