Donnerstag, 6. Dezember 2012
Der letzte König von Schottland
Regie: Kevin McDonald
Idi Amin
Idi Amin war von 1971 bis 1979 ugandischer Diktator, er war Sinnbild des brutalen afrikanischen Gewaltherrschers, damals waren seine Greueltaten täglich Thema der Weltpresse. Zwischen 100.000 und 500.000 Menschen fielen nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen seiner achtjährigen Gewaltherrschaft zum Opfer.
Der Brite Kevin McDonald, Enkel des ungarisch-britischen Drehbuchautors und Filmregisseurs Emeric Pressburger, drehte 2006 diese britisch-amerikanische Coproduktion mit Forest Whitaker in der Titelrolle.
Der Film war sehr erfolgreich, Whitaker spielte den Diktator so gut, dass er nicht nur für den Oscar nominiert wurde, er gewann ihn dann auch noch...wobei man vielleicht noch dazu anmerken muss, dass die Konkurrenz in diesen Jahrgang nicht gar so stark war.
Auch bei der Verleihung zum europäischen Filmpreis war er mehrfach nominiert.
Ein Film, über den gesprochen wurde....
Die Geschichte des Psychopathen Amin ist im Film auch die Geschichte des schottischen Mediziners Nicolas Garrigan (James McAvoy) aus dessen Sicht die Story aufgerollt wird.
Als er zufällig dem frisch gebackenen Präsidenten Idi Amin bei einem Verkehrsunfall hilft, wird er sehr bald von ihm zu seinem Leibarzt ernannt. Amin hat auch charismatische Züge, ein kindliches und emotionales Gemüt, dies beeindruckt den jungen Arzt und so wird er zu einem seiner engsten Vertrauten. Somit verteidigt er Amin zunächst vehement gegen Vorwürfe gegen alle Kritiker. Nur langsam bemerkt Garrigan die Gefahr, die vom Verbrecher Amin ausgeht...aber da ist es dann auch schon fast zu spät.
"Der letzte König von Schottland" ist sicherlich kein schlechter Film. Dazu sind die Leistungen der Darsteller zu gut, die 20 Minuten bis zum Schlussakkord sind dramaturgisch hochspannend.
Ganz gepackt oder gefesselt hat mich der Film trotzdem nicht.
Er ist sicherlich besser als "Blood Diamond", eine weiterer Afrikafilm, der fast gleichzeitig in die Kinos kam - aber viel mehr Afrikaklischee bietet. Möglicherweise liegt meine Distanz zum Film daran, dass der Schwerpunkt des Streifens die ungleiche Freundschaft der beiden Männer beleuchtet, die Diskussion, das Abtasten der beiden sich wiederholt, selbst wenn die Dialoge abgewandelt sind und die Greueltaten des Diktator meistens nur angedeutet werden.
Für die Lebensgeschichte ist es zu wenig, für das Abbild eines kranken, gefärhlichen Mannes hat der Film aber einen optimalen Darsteller gefunden.
Bewertung: 6 von 10 Punkten.
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