Donnerstag, 6. Dezember 2012
Michael Clayton
Regie: Tony Gilroy
Eine Hommage an das 70er Jahre Politkino...
Michael Clayton (George Clooney)ist ein ganz besonderer Anwalt, ein "Ausputzer" im Hintergrund, beschäftigt bei der angesehenen New Yorker Anwaltskanzlei Kenner, Bach & Ledeen's als der Mann, der dann auftaucht, wenn etwas im Hintergrund bereinigt werden muss, ein Problemlöser und -beseitiger. Bei der Wahl der Mittel ist Clayton nicht wählerisch, er ist nicht nur smart, sondern auch korrupt, ohne Moral und seine Arbeit fängt jenseits des Gesetzes an. Einer, der sich nicht fragt, ob er auf der "guten" Seite ist...
Darüberhinaus hat unser Held ein chaotisches, zerüttetetes Familienleben und gerät er unter Druck wegen Spielschulden.
In seiner Kanzlei herrscht blankes Entsetzen und Panik, Claytons brillianter Kollege Arthur Edens (Tom Wilkinson) vertritt die Firma U/North seit Jahren. Diese Chemie-Unternehmen ist mit einer Sammelklage von drei Milliarden US-Dollar Schmerzensgeld konfrontiert. U/North wird vorgeworfen, dass ein an Farmbetriebe verkauftes Herbizid Krebskrankheiten ausgelöst hat.
Eden wechselt plötzlich die Seiten und es gibt zunächst keinen Zweifel, dass seine psychische Krankheit ausschlaggebend für seinen Richtungswechsel ist, zumal seine sehr kuriosen und drastischen Handlungsweisen nur diesen Schluss zulassen. Nun kommt der Ausputzer ins Spiel...Clayton soll Schadensbegrenzung betreiben und den manisch-depressiven Kollegen zur Besinnung bringen. Edens taucht allerdings mit ziemlich brisantem Material unter. Die karrieregeile Juristin des Chemiekonzerns Karen Crowder (Tilda Swinton) erkennt in Edens dieses grosse finanziell ruinierende Risiko in Milliardenhöhe für die Firma und ab gewissen Summen ist Mord eine realistische Handlungsweise, vor allem dann wenn man im Chefsessel bleiben möchte...selbstverständlich ist Edens Abgang als Selbstmord getarnt, doch plötzlich wird Clayton aktiv. Nicht etwa aus moralischen Erwägungen, er hat ganz einfach genug von dieser korrupten Umwelt..zu diesem Zeitpunkt wird er aber bereits von den zwei Auftragsmördern beschattet.
"Michael Clayton" ist eine konsequente Rückkehr des Erwachsenenthrillers aus den 70s. Ein Faible von Regie-Neuling Tony Gilroy, der auch das Drehbuch schrieb und einige Monate vorher mit dem Drehbuch für den Spionagethriller "Bourne Ultimatium" sich schon erfolgreich in diesem selten gewordenen Genre versuchte.
Tatsächlich erinnert die Machart an Filmperlen wie "3 Tage des Condor", "Die Unbestechlichen" oder "Zeuge einer Verschwörung".
Der Film ist spannendes Erzählkino, gemacht für Leute, die sich noch die Zeit nehmen, einen langsamen, verstörenden Thriller zu geniessen, der sich bedächtig aufbaut, etwas vertrackt daherkommt und sich erst am Schluss fulminant steigert und die Story auflöst.
Bewertung: 9 von 10 Punkten.
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