Regie: Justin Chadwick
Die Schwester der Königin für 1000 Tage...
England im 16. Jhd.: Es ist das Zeitalter von Heinrich VIII Tudor (Eric Bana), König von England, der vor allem berühmt wurde wegen seiner sechs aufeinander folgenden Ehen, seiner verbissenen Suche nach dieser einen Ehefrau, die ihm den ersehnten männlichen Thronfolger schenkt. Eine Odyssee der Gefühle, die zwei seiner Frauen einen Kopf kürzer machte und nach der Annulierung seiner ersten Ehe mit Katharina von Aragon (Ana Torrent) auf Betreiben seiner zweiten, ambitionierten und zielstrebigen Ehefrau Anna Boleyn (Nathalie Portman) zum Bruch mit der römisch-katholischen Kirche führte.
Die Ehe wurde nach ca. 1000 Tagen durch Annas Enthauptung beendet.
Aber diese dramatische Szene, in der Nathalie Portman sämtliche emotionalen Register ihres Könnens und viel Hals zeigen kann, kommt natürlich erst am Schluss des gelungenen und unterhaltsamen Historienfilms, vorher lernen wir die nette Familie Annas kennen: Allen voran Mary (Scarlett Johansson) "The other Boleyn Girl", die vor Anne eine Affäre mit dem König beginnt, nicht zuletzt auf Geheiss eines geld- und machtgeilen Vaters und des noch machthungrigeren Onkels, dem Duke of Norfolk (David Morrissey). Die Mutter (Kristin Scott Thomas) und der jüngere Bruder George (Jim Sturgess)sind zu Randfiguren im Ränkespiel degradiert.
Mary, ein zurückhaltender und bescheidener Charakter ist das krasse Gegenteil ihrer Schwester. In der Gunst um den König verliert sie aber gegen ihre dynamische und aggressive Schwester, die es versteht sich nicht gleich dem König hinzugeben, sondern ihn schmoren zu lassen. Anna wird Königin.
Die Ehe steht aber unter schlechten Sternen, denn das Zerwürfnis zwischen der anglikanischen und der römisch-katholischen Kirche prägt das Zeitgeschehen, der erhoffte Thronfolger bleibt aus, stattdessen wird ein rothaariges Mädchen Elisabeth geboren. Danach folgt eine Totgeburt, in ihrer Verzweiflung versucht sie sogar ihren Bruder George zu überreden, sie erneut zu schwängern, hoffend dass der König nichts merkt. Der Bruder lehnt ab, die Wände im Buckhingham Palast sind aber dünn und das Gespräch wird belauscht und an den König verraten.
Ein gelungener Nachfolger für die alten britischen Historienklassiker wie "Anne of the thousand days" oder "Mary Stuart, Queen of the Scots" und irgendwie auch besser als der eher enttäuschende zweite Teil von Shekhar Kapurs Elizabeth - Das goldene Königreich.





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