Samstag, 8. Dezember 2012

Ein Mann geht über Leichen

 

Regie: Michael Winner

Die Vorbereitungen zur sizilanischen Vesper...

Der Tag fängt ja gut an für den NYPD-Detecitve Lou Torrey (Charles Bronson): Er tötet einen "bewaffneten" Teenager, der einen Supermarkt überfallen hat und sich während seiner Flucht in einem alten Fabrikgebäude verschanzt hat.
Bei seiner geschiedenen Frau Helen (Lisabeth Hush) rechtfertigt er sich damit, dass diese Kids halt gefährlich werden können, also lieber mal gleich abknallen, damit weiteres Unheil erst gar nicht enststeht.
Sein Boss sieht das nicht so imagefördernd, aber er kann Torrey immerhin im Los Angeles Police Department unterbringen.
Dort ist Torrey weiterhin sehr aktiv beim Verbrecherjagen, seine Lieblinge sind vor allem schwarze Dealer. Als er und sein inkompetenter Partner Matthews (Ralph Waite) den Drogendealer Gus Lippert (David Moody) fassen, führt dieser sie zum heroinsüchtigen Armitage (Eddie Firestone). Es stellt sich heraus, dass dieser Mann für Lou kein Unbekannter ist und eine große Vergangenheit in Mafiakreisen aufweisen kann.
Dieser Armitage soll denn auch als Zeuge von L.A. nach New York überführt werden, er faselt was von einer Verschwörung und von einen riesigen Blutbad, dass bald stattfinden soll.
Tatsächlich wird der Zeuge noch am Flughafen unschädlich gemacht. Die Spur führt zuerst zu den Vietman-Veteranen Jumper (Jack Colvin) und Langley (Paul Koslo). Und was hat es mit der Nacht der sizilianischen Vesper auf sich ? Der Pate Al Vescari (Martin Balsam), vordergründig ein guter Bürger, bereitet ein Treffen aller großen italienischen und jüdischen Familien vor...




Michael Winners "Ein Mann geht über Leichen" entstand zwischen den beiden grandiosen Gemeinschaftsarbeiten Winner/Bronson "Ein Mann sieht rot" und "The Mechanic" im Jahre 1973 als amerikanisch-italienische Co-Produktion.
In diesem Film wird natürlich schon eindrücklich festgelegt, welche Rolle Charles Bronson in naher Zukunft bekannt machen sollte.
Die des Rächers oder Jägers. Winners Großstadtwestern orientiert sich an "Dirty Harry", die Hauptfigur Torrey ist aber noch weniger empathisch oder greifbar wie Harry Calahan.
Der Mann scheint nur ein Ziel zu haben: Verbrecher jagen...und zwar rund um die Uhr.
Dabei wird er von seinem Vorgesetzten (Norman Fell) hochgeschätzt, von den Gangstern sehr gefürchtet. Er ist ein Mann fürs Grobe, schlägt schon mal gerne bei Verhören kräftig zu und sichert sich darauf beim Wachpersonal mit zynischem Humor ab, ob dieser Spuren einer Verletzungen aufweist, denn "der Böse" behauptet, der Bulle hätte ihn geschlagen. Natürlich ist die Loyalität so hoch, dass da ein grinsendes "Nein, ich sehe da keine Verletzungen" zurückkommt.
Überhaupt ist der Film dreckig, zynisch, brutal, pfeift auf political correctness - aber es ist halt einer dieser 70er-Jahre-Baller-Filme mit bewusst schäbigen Sets, mit Cops in abgetragenen Anzügen und dreckigen Hinterhöfen, dazu reichlich Action, Schießereien und Verfolgungsjagden, die in einem solchen klasse B-Picture in epischer Breite zelebriert werden.
Natürlich dürfen rasante Autostunts und blutige Shootouts nicht fehlen.
Und über allem steht ein zynisch-ruppiger und desillusionierter Cop wie Charles Bronson. 




Bewertung: 9 von 10 Punkten.

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