
Regie: Lexi Alexander
Ein Hobby zwischen Abscheu und Faszination...
Der junge Matt Buckner (Elijah Wood) studiert in der Eliteuniversität Harvard Journalismus und teilt mit seinem Kommilitonen Jeremy van Holden (Terence Jay) ein Zimmer.
Der stammt aus gutem Hause und seine Familie verfügt über Kontakte im ganzen Land, daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Matt sich nicht zur Wehr setzt, als in seinem Schrank Kokain, das von Jeremy dort versteckt wurde, gefunden wird.
Er wird mit 10.000 Dollar Schweigegeld abgespeist und fliegt von der Schule.
Mit diesem Geld fliegt er zu seiner Schwester Shannon (Claire Forlani), die in London lebt. Dort trifft er auch zum ersten Mal seinen Schwager Steve Dunham (Marc Warren) und dessen jüngeren Bruder Pete (Charlie Hunnam).
Da Matt ziemlich überraschend zu Besuch kam und Steve mit Shannon an diesem Abend ein Musical besuchen, fällt Pete die Rolle zu, sich um seinen amerikanischen Schwager zu kümmern.
Pete ist begeisterter Fußballfan und nimmt den Ami eher zähneknirschend mit. Er geht mit ihm zu seinem Pub der GSE, der Green Street Elite, einer landesweit bekannten Hooligangruppierung seines Vereins West Ham United und so kommt Matt zu seinem ersten Stadionbesuch. Sehr schnell wird aus dem Interesse am "Soccer" ein neuer Fußballfreak, aber auch die Kameradschaft unter der Gruppe und deren Zusammenhalt faszinieren Matt. Nach seiner ersten Teilnahme an einer Schlägerei ist er bei "der Firma" integriert. lediglich Bower (Leo Gregory) mag den Neuling nicht besonders.
Sehr stark wird die langjährige Feindschaft mit der Hooligangruppe des FC Millwall gepflegt, der dortige Anführer Tommy Hatcher (Geoff Bell) hat gar in einem dieser Konkurrenzkämpfe seinen 12jährigen Sohn verloren.
Und das Schicksal will es, dass nach vielen Monaten endlich wieder ein Spiel zwischen dem FC Millwall und West Ham United ausgetragen wird...
Lexi Alexander drehte "Hooligans" im Jahr 2005. Dabei darf man keinen sehr kritischen Film über die gewaltbereiten und aggressiven Gruppierungen erwarten, jedoch einen sehr spannenden und straff inszenierten Genrefilm.
Auch Elijah Wood gelingt es, sich erfolgreich gegen sein "Frodo" Image aufzulehnen und sehr schnell ist aufgrund seiner guten, glaubwürdigen Leistung Mittelerde vergessen und der raue, selbstgewollte Kampf der Straße ist entbrannt.
Sehr gut dargestellt ist auch die Figur von Pete durch Charlie Hunnam, der im Laufe des Films immer mehr bürgerliche Konturen erhält und es mich als Zuschauer dann schon überrascht, dass dieser junge, sympathische Lehrer in der Freizeit diesen brutalen Ausgleich sucht und auch nicht den Sinn und Zweck dieser aufgesetzten Männlichkeitsrituale hinterfragt.
Die Botschaft, die der Film dann aber am Ende suggeriert, sollte man auch nicht ernsthaft deuten wollen, hier haben die Genregesetze gegenüber der kritischen Distanz gesiegt.
Aber spannend war das Ganze trotzdem....
Bewertung: 7 von 10 Punkten



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