Samstag, 8. Dezember 2012

El Mariachi

 

Regie: Robert Rodriguez

Der Gitarrenspieler, der Killer und zwei schwarze Koffer...

Die Mariachi-Musik ist eine Facette der mexikanischen Folklore, die sehr regionalisiert ist.
Vor allem im zentralen Hochland ist die Musik des/der Mariachi bis heute fester Bestandteil der Volkskultur. Es gibt keinen Anlass, zu dem Mariachi nicht aufspielen, sie sind auf Verlobungen, Hochzeiten, Taufen, Feiern zum Muttertag, zum Josefstag und anderen Anlässen kaum wegzugdenken. Ausserdem singen sie auf öffentlichen Plätzen, in Cafes oder Restaurants.
Manchmal sind diese Musiker auf Wanderschaft und suchen mit der Musik einen festen Job.
Unser Mariachi (Carlos Callardo) jedenfalls tut es, er läuft die Straße mit seinem Gitarrenkoffer entlang und er trifft dort auf eine Schildkröte, die ebenfalls diesen Weg geht.
Über das weitere Schicksal der kleinen Schildkröte berichtet der Film dann nichts mehr, der Mariachi jedenfalls ist froh, dass er in der Stadt angekommen ist.
Die Freude dauert aber nicht lange an, denn in dem kleinen, mexikanischen Städtchen scheint ihn das Glück verlassen zu haben.
Eine Anstellung in einer Bar ist kaum möglich, das moderne Leben ist dort auch schon angekommen, die Arbeit des traditionellen Mariachi erledigt ein Keyboardspieler mit übergroßem Mexiko-Sombrero.
Ausserdem will es das Schicksal, dass einige Minuten später ein weiterer Mann mit schwarzem Gitarrenkoffer in diese Bar einkehrt. Der Barmann wundert sich noch und fragt sich, ob heute "Mariachitag" ist. Doch Azul (Renoil Martinez) ist ein ausgebrochener Gangster, der im Koffer seine Mac 10 herumträgt und die Typen am Stammtisch niederballert.
Es waren Männer des Gangsters Moco (Peter Marquardt).
So schlittert der stellenlose Mariachi in eine üble Verwechslungsgeschichte, denn fortan wird er für den bösen Killer gehalten. Eine Verschaufpause kann er durch die hübsche Barfrau Domino (Cosnuelo Gomez) gewinnen, die Gefallen an dem Musiker findet und ihm Asyl in ihrer Wohnung anbietet.
Doch es hilft nichts, das fleissige Ballern wird zum Programm....



Robert Rodriquez drehte seinen Erstling "El Mariachi" für schlappe 7000 Dollar. Dieses mickrige Budget nutzte der Liebhaber von trashigen Grindhouse Movies und kreierte einen kleinen, schäbigen Ballerfilm mit vielen innovativen Ideen und einer tollen Kameraführung.
Die Location ist optimal für das Szenario dieser Ballade in Blei. Dabei setzt der Film konsequent die Trumpfkarte des coolen B-Pictures aus, Erinnerungen an die gute alte Zeit vieler mieser, billiger und überaus unterhaltsamer VHS-Knaller kommt auf.
 Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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